Vom Internet-Phänomen zur Gegenbewegung: Wie der "Anti-Duckface-Tag" entstand
Julian HerrmannVom Internet-Phänomen zur Gegenbewegung: Wie der "Anti-Duckface-Tag" entstand
Weltweite Kritik am "Duckface"-Trend führte 2011 zur Gründung des "Anti-Duckface-Tags"
Die Initiative, ins Leben gerufen vom deutschen Comedy-Trio Y-TITTY, hatte zum Ziel, die beliebte Schmollmund-Pose in Fotos zu entmutigen. Seither beteiligen sich jedes Jahr am 22. Juli Tausende an der Kampagne.
Der "Duckface"-Trend entstand um 2007 auf MySpace in den USA. Zwischen 2010 und 2012 verbreitete er sich weltweit über Plattformen wie Facebook und Instagram – bis nach Europa, Asien und Lateinamerika. Die Pose, geprägt durch übertriebenes Schmollen, wurde vor allem bei Selfies junger Frauen zum Standard.
Doch der Widerstand formierte sich schnell: Schon 2010 gab es in den USA den ersten "Anti-Duckface-Tag" im Netz, gefolgt von der offiziellen deutschen Aktion 2011, organisiert von Y-TITTY. Das Trio veröffentlichte sogar eine Hymne auf YouTube, während die Website antiduckface.com zum zentralen Treffpunkt der Bewegung wurde. Im selben Jahr beteiligten sich rund 21.000 Menschen, indem sie ihre Profilbilder mit einem speziellen Anti-Duckface-Abzeichen austauschten.
Auch andere Länder schlossen sich der Gegenbewegung an: Die britische Boulevardzeitung "The Sun" startete 2011 eine "No More Duckface"-Kampagne. Australien führte2012einen satirischen "Duckface-Entzug" ein, und in Brasilien verbreiteten sich unter dem Begriff "biquinho anti" Memes, die die Pose lächerlich machten. Trotz der Kritik zeigten Studien, dass Frauen, die auf Dating-Plattformen wieOkCupid* mit "Duckface" posierten, mehr Nachrichten erhielten.
Der "Anti-Duckface-Tag" wird bis heute jedes Jahr am 22. Juli begangen. Die Bewegung bleibt eine humorvolle, aber entschlossene Antwort auf einen einst allgegenwärtigen Social-Media-Trend. Zwar taucht die Pose nach wie vor im Netz auf, doch die Kampagne hält die Debatte über die Selfie-Kultur lebendig.






