18 April 2026, 04:04

Warum britische Kleinunternehmen trotz Wachstum keine Fachkräfte finden

Eine Liniengrafik, die Trends bei der Gesamtzahl der Arbeitslosen, Stellenangebote und Kündigungen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Warum britische Kleinunternehmen trotz Wachstum keine Fachkräfte finden

Kleinunternehmen in ganz Großbritannien kämpfen mit der Besetzung offener Stellen – fast neun von zehn Betrieben berichteten im Januar 2026 von einem schweren Mangel an qualifizierten Bewerbern. Obwohl ökonomische Theorien nahelegen, dass höhere Löhne das Problem lösen könnten, zögern viele Firmen, die Gehälter anzupassen, und verlängern so ihre Einstellungsprobleme.

Die aktuellen Zahlen zeigen: 88 Prozent der kleinen Unternehmen, die Personal suchen, fanden zu Beginn des Jahres keine passenden Kandidaten. Experten argumentieren, dass Unternehmen die Löhne oft zu niedrig ansetzen, um Arbeitskräfte anzulocken, aber nur zögerlich korrigieren. Sind die Gehälter erst einmal festgelegt, fällt es Betrieben schwer, sie später zu senken – es entsteht eine anhaltende Lücke bei der Personalbeschaffung.

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Hinzu kommt, dass viele Firmen höhere Löhne nicht ausschreiben, um Forderungen nach Gehaltserhöhungen seitens der bestehenden Belegschaft zu vermeiden. Diese zurückhaltende Strategie, kombiniert mit begrenzten Kenntnissen über die Konkurrenzangebote, lässt zahlreiche Stellen unbesetzt. Benjamin Friedrich, Associate Professor für Strategie an der Kellogg School of Management, weist darauf hin, dass höhere Löhne eigentlich mehr Bewerber anziehen müssten – doch die Unternehmen sträuben sich gegen diese Lösung.

Überraschenderweise hatten gerade wachstumsstarke Unternehmen – die eigentlich leichter Personal finden sollten – die größten Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung. Dies widerspricht dem klassischen Suchreibungsmodell, das davon ausgeht, dass expandierende Firmen weniger Hindernisse überwinden müssen. Investitionen in Lohnbenchmarking-Tools könnten Unternehmen helfen, ihre Gehälter besser an die Marktnachfrage anzupassen und so langfristige Vakanzen zu verringern.

Die Zurückhaltung bei Lohnanpassungen hält offene Stellen länger unbesetzt. Ohne Änderungen in der Gehaltsstrategie könnten Kleinbetriebe weiterhin mit der Personalgewinnung hadern. Bessere Lohndaten und die Bereitschaft, die Bezahlung zu erhöhen, wären ein wichtiger Schritt, um die Kluft zwischen Arbeitgebern und Arbeitssuchenden zu schließen.

Quelle