Warum deutsche Apotheken mit pharmazeutischen Dienstleistungen kaum Geld verdienen
Paul SimonWarum deutsche Apotheken mit pharmazeutischen Dienstleistungen kaum Geld verdienen
Neue Studie zeigt: Deutsche Apotheken kämpfen mit der Wirtschaftlichkeit pharmazeutischer Dienstleistungen (pDL)
Eine aktuelle Untersuchung belegt, dass viele Apotheken in Deutschland kaum Gewinne aus den vergüteten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) erzielen. Trotz wachsender Verfügbarkeit bleibt die Nachfrage nach diesen Angeboten schwach – ein Fördertopf in Höhe von 537 Millionen Euro bleibt ungenutzt. Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage unter über 600 Apothekerinnen und Apothekern, die Ende 2025 von der Freien Apothekerschaft (FA) durchgeführt wurde.
Das pDL-Programm war vor 2020 eingeführt worden, um die Patientenversorgung zu verbessern und Apotheken zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen. Doch die Inanspruchnahme bleibt gering, ohne spürbaren Anstieg seit dem Start. Als Hauptgründe nennen die Studienautoren mangelnde öffentliche Bekanntheit, geringe finanzielle Anreize und Konkurrenz durch digitale Gesundheitsangebote.
Mittlerweile bieten mehr als drei Viertel der befragten Apotheken mindestens eine pDL-Leistung an, am häufigsten Schulungen zur Inhalationstechnik (73 %) und Medikamentenberatungen (68 %). Allerdings schreiben über die Hälfte der Betriebe bei Dienstleistungen wie der Bluthochdruck-Risikobewertung Verluste – hier beträgt die Vergütung nur 11,20 Euro netto pro Sitzung.
Die FA betont, dass Apotheken zwar über die nötige Fachkompetenz für pDL-Leistungen verfügen, die Vergütung jedoch oft die Kosten nicht deckt. Weitere Hindernisse sind Personalmangel, hoher bürokratischer Aufwand, strenge räumliche Vorgaben und Spannungen mit anderen Gesundheitsberufen. Die Studie warnt zudem davor, ungenutzte pDL-Mittel in allgemeine Apothekenzahlungen umzuleiten – dies könnte die Zukunft des Programms gefährden.
Trotz dieser Herausforderungen deutet das ungenutzte Fördervolumen von 537 Millionen Euro auf erhebliches Wachstumspotenzial hin – vorausgesetzt, die Zugangs- und Wirtschaftlichkeitsbarrieren lassen sich abbauen.
Der Bericht unterstreicht eine Kluft zwischen dem Angebot an pDL-Leistungen und ihrer tatsächlichen Nutzung. Während die meisten Apotheken sie anbieten, schreiben nur wenige schwarze Zahlen. Um die intendierten Vorteile für Patienten und Apotheken zu realisieren, müssen die finanziellen und operativen Hürden dringend angegangen werden.






