Werder Bremens Frauenfußball vor Neuanfang nach Brüggemanns Rücktritt
Greta WernerWerder Bremens Frauenfußball vor Neuanfang nach Brüggemanns Rücktritt
SV Werder Bremens Frauenmannschaft steht vor einem Umbruch nach enttäuschendem DFB-Pokal-Aus
Birte Brüggemann, die Architektin des Aufstiegs der Bremer Frauenfußballabteilung, hat mit sofortiger Wirkung ihren Rücktritt erklärt. Ihr Abschied folgt auf eine 2:3-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt, obwohl Lisa Mühlhaus mit einer herausragenden Leistung glänzte.
Brüggemann hatte das Frauenteam von Werder Bremen 2007 gegründet und es von den Amateurklassen bis in die Bundesliga geführt. Unter ihrer Führung erreichte die Mannschaft im Mai 2025 das DFB-Pokal-Finale und verpasste nur knapp die Qualifikation für die Champions League. Zudem sicherte sich das Team bis Dezember 2025 einen Platz unter den Top Drei der Bundesliga und zog im Halbfinale in Hamburg über 57.000 Zuschauer an.
Der Verein hatte bereits vor der Saison 2025/26 auf mehr Professionalität gesetzt, unter anderem durch die Verpflichtung von Vollzeit-Trainern und einer Physiotherapeutin. Doch die finanziellen Grenzen wurden nach der Pokalniederlage gegen SGS Essen deutlicher. Im jüngsten Spiel gegen Frankfurt ging die Eintracht früh durch Tore von Nicole Anyomi (23.) und Rebecka Blomqvist (26.) in Führung. Mühlhaus kämpfte sich zurück, erzielte zwei Treffer und bereitete ein weiteres Tor vor – doch es reichte nicht zum Sieg.
Ihr Rücktritt fällt in eine Phase der Uneinigkeit über die künftige Ausrichtung des Vereins und die wachsenden kommerziellen Anforderungen im Frauenfußball. Nach ihrem starken Auftritt soll Mühlhaus nun von Scouts aus Londoner und Münchner Klubs beobachtet werden.
Nach 17 Jahren, in denen sie die Frauenmannschaft von Werder Bremen von Grund auf aufgebaut hat, hinterlässt Brüggemann eine Lücke. Der Verein steht nun vor der Herausforderung, den eingeschlagenen Weg ohne ihre Führung fortzusetzen. Gleichzeitig rückt Mühlhaus durch ihre Leistung in den Fokus – und könnte das Interesse größerer Klubs wecken.