Wie internationale Studierende Deutschland Milliarden bringen – ohne Studiengebühren
Philipp HuberWie internationale Studierende Deutschland Milliarden bringen – ohne Studiengebühren
Deutschland könnte Milliarden durch internationale Studierende gewinnen – selbst ohne Studiengebühren
Eine aktuelle Regierungsstudie zeigt, dass der Staat durch diejenigen, die 2022 ein Studium aufnahmen, einen öffentlichen Überschuss von 7,36 Milliarden Euro erzielt. Dennoch erheben einige Bundesländer wie Baden-Württemberg bereits jetzt von Studierenden aus Drittstaaten 1.500 Euro pro Semester.
Die meisten europäischen Länder verlangen von ausländischen Studierenden Sondergebühren. In Deutschland tragen die Steuerzahler derzeit rund 11.000 Euro pro Jahr für die Ausbildung jedes internationalen Studierenden. Trotz dieser Kosten sind die volkswirtschaftlichen Vorteile beträchtlich: Eine Kohorte von 1.000 Erstsemestern aus dem Ausland könnte über 44 Jahre hinweg 620 Millionen Euro in die Wirtschaft einbringen.
Der Zuzug junger Talente könnte zudem helfen, den deutschen Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Experten zufolge wäre eine jährliche Nettozuwanderung von 400.000 Menschen bis 2035 notwendig, um die Erwerbsbevölkerung konstant zu halten. Ohne ausreichend Fachkräfte droht dem Land ein verlorenes Jahrzehnt bei der realen Wirtschaftsleistung.
In Sachsen hat die AfD-Fraktion einen Gesetzentwurf vorgelegt, der 1.500 Euro Studiengebühren pro Semester einführen soll. Das Modell sieht eine Rückzahlungsoption vor und orientiert sich am bestehenden System in Baden-Württemberg. Befürworter argumentieren, dass Gebühren qualifiziertere Studierende anziehen und die Belastung für die Steuerzahler verringern könnten.
Internationale Studierende tragen bereits heute Milliarden zur deutschen Wirtschaft bei. Langfristig könnte ihr Einfluss auf den Arbeitsmarkt und die Wirtschaftsleistung noch weitaus größer sein. Unterdessen bleibt die Debatte über Studiengebühren umstritten, während die Bundesländer die Vor- und Nachteile der Öffnung der Hochschulen für ausländische Talente abwägen.






