20 March 2026, 08:06

Wie Kiel, Seemannslieder und Hans Albers eine Kindheit prägten

Altes Buchcover mit einer Schiffsdarstellung und der Überschrift "Fünf ausgezeichnete neue Lieder" mit einem blauen Himmel und Wolken im Hintergrund.

Wie Kiel, Seemannslieder und Hans Albers eine Kindheit prägten

Das Meer hat seit jeher Musik, Film und Kindheitserinnerungen vieler Menschen geprägt. In Kiel wuchs ein Schriftsteller zwischen den Klängen der Werften, den Liedern der Seeleute und den schroffen Masten großer Schiffe auf. Diese Erlebnisse hinterließen einen bleibenden Eindruck und verbanden die reale maritime Kultur mit der romantisierten Welt der Seemannslieder und des Kinos.

Die frühen Jahre des Autors verbrachte er in der Nähe der inzwischen geschlossenen Howaldtswerke-Werft in Kiel. Das tägliche Klappern von Metall, die tiefen Schiffshörner und die rhythmischen Rufe der Hafenarbeiter füllten die Luft. Diese Geräusche vermischten sich mit der Musik seiner Kindheit – Liedern von Freddy Quinn, Lale Andersen und Hans Albers, deren seemännische Melodien zu Hause stets präsent waren.

Unter diesen Künstlern ragte Hans Albers heraus. Der "blonde Hans", wie er genannt wurde, war Schauspieler und Sänger zugleich und berühmt für seine Seemannslieder und seine raue Ausstrahlung. Die Mutter des Autors bewunderte ihn, und sein Film Große Freiheit Nr. 7 aus dem Jahr 1944 wurde zum Familienliebling. Darin spielt Albers Hannes Kröger, einen Seemann, der davon träumt, den Hamburger Hafen zu verlassen, um auf das offene Meer zurückzukehren. Seine Liebe zu einer Frau namens La Paloma bleibt unerwidert, und so bricht er an Bord der Padua auf, einer stolzen Viermastbark.

Die Padua selbst hat einen festen Platz in der Geschichte. 1938 in Hamburg gebaut, war sie das letzte große Segelschiff der Stadt. Heute fährt sie unter einem neuen Namen – die Kruzenshtern – und dient als russisches Ausbildungsschiff. Ein weiteres Schiff jener Zeit, ursprünglich ebenfalls Padua genannt, später aber in Sedov umbenannt, bildet heute Kadetten in Murmansk aus.

Doch nicht nur Filme und Schiffe prägten das maritime Erbe des Autors. Als Junge sang er im Kirchenchor neben einem Bass mit tiefer Stimme. Dieser Sänger trat auch mit dem Lotsen-Gesangverein auf, einem Chor aus Hafenlotsen. Ihre kraftvollen Harmonien vertieften seine Sehnsucht nach dem Meer – eine Mischung aus realen Begegnungen und den Mythen der See.

Die Schiffe von einst segeln noch immer, wenn auch unter anderen Flaggen und Namen. Die Kruzenshtern und die Sedov führen das Erbe von Schiffen wie der Padua fort, während Lieder und Filme aus vergangenen Jahrzehnten den maritimen Geist lebendig halten. Für diejenigen, die mit diesen Einflüssen aufwuchsen, bleibt das Meer mehr als nur Wasser und Wind – es ist ein Klang, eine Geschichte und eine unvergessliche Erinnerung.

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