Berlin führt 2028 eine umstrittene Ausbildungsabgabe für Unternehmen ein
Philipp HuberBerlin führt 2028 eine umstrittene Ausbildungsabgabe für Unternehmen ein
Das Berliner Abgeordnetenhaus hat ein neues Gesetz verabschiedet, das Unternehmen verpflichtet, Auszubildende einzustellen – oder eine Abgabe zu zahlen. Die sogenannte Ausbildungsabgabe, die 2028 in Kraft treten soll, betrifft Betriebe mit mindestens zehn Beschäftigten. Wer eine Ausbildungsquote von 4,6 Prozent nicht erreicht, muss stattdessen finanzielle Strafen zahlen.
Das Ziel der Regelung ist es, die Ausbildungsmöglichkeiten zu verbessern. Doch viele Unternehmer kritisieren das Vorhaben. Rund 25 Prozent der Berliner Unternehmen mit zehn oder mehr Mitarbeitern werden betroffen sein, während kleinere Firmen ausgenommen bleiben.
Ralph Hage von Lap Coffee argumentiert, die Abgabe sende die falsche Botschaft an Arbeitgeber. Sie entspreche nicht den modernen Bildungsanforderungen und könnte das Wachstum hemmen. Agnieszka Walorska von Mika sieht das anders: Das eigentliche Problem liege im sinkenden Interesse junger Menschen an klassischen Ausbildungsberufen – nicht am mangelnden Engagement der Unternehmen.
Marius Meiners von Peec AI hält die Vorgabe für sein Team für undurchführbar. Statt Auszubildende einzustellen, werde er lieber die Strafe akzeptieren. Moritz Kreppel von Urban Sports Club pflichtet dem bei: Start-ups wie seines böten oft keine passenden Ausbildungsplätze. Die Abgabe bestrafe Unternehmen unfair für Umstände, die sie nicht beeinflussen könnten.
Die von nicht konformen Betrieben eingesammelten Gelder sollen jährlich etwa 75 Millionen Euro betragen. Das Geld fließt in berufliche Förderprogramme in der gesamten Stadt.
Die Ausbildungsabgabe tritt 2028 in Kraft und richtet sich an größere Berliner Unternehmen. Firmen, die die 4,6-Prozent-Marke bei Ausbildungsplätzen verfehlen, zahlen in einen zentralen Fonds ein. Gründer bleiben skeptisch, doch das Gesetz soll mehr Ausbildungsplätze für junge Arbeitnehmer sichern.






