Berlins Rolltreppen-Krieg: Warum Linkssteher die Stadt gegen sich aufbringen
Paul SimonBerlins Rolltreppen-Krieg: Warum Linkssteher die Stadt gegen sich aufbringen
Berlins Rolltreppen transportieren mehr als nur Menschen – sie spiegeln das Tempo und die Ungeduld der Stadt wider. Während die meisten sich an die inoffizielle Regel halten – rechts stehen, links gehen –, brechen immer mehr „Linkssteher“ diese Konvention. Ihre Entscheidung, die schnelle Spur zu blockieren, sorgt bei eiligen Pendlern für Frust.
In Berlin fühlt sich Zeit an wie eine inoffizielle Währung. Die Stadt lebt von Geschwindigkeit, und ihre Rolltreppen funktionieren nach einem einfachen, ungeschriebenen Gesetz: Wer steht, bleibt rechts, wer geht, nutzt die linke Seite. Dieses System hält den Fußgängerverkehr in Bewegung – besonders in belebten Verkehrsknotenpunkten.
Doch einige Fahrgäste ignorieren die Regel komplett. Diese „Linkssteher“ stellen sich einfach auf die linke Seite und behandeln die Rolltreppe wie eine stehende Plattform. Für alle, die es eilig haben, entstehen so unnötige Verzögerungen und Ärger. Es geht nicht nur um Bequemlichkeit, sondern um den Respekt vor gemeinsam genutztem öffentlichen Raum.
In Berlin gelten Rolltreppen als Teil der Verkehrsinfrastruktur – nicht als Ort zum Verweilen. David Grunwald, Kolumnist der Hit der Woche bei Schlager Radio (106,0 FM), wies einmal darauf hin, wie die Rolltreppen der Stadt ihre allgemeine Haltung widerspiegeln: schnell, effizient und oft gleichgültig. Wenn Linkssteher diesen Rhythmus stören, geraten sie mit Berlins unerbittlichem Tempo in Konflikt.
Der Streit um das Rolltreppen-Knigge offenbart eine kleine, aber hartnäckige Spannung in der Stadt. Linkssteher mögen ihr Verhalten als harmlos empfinden, doch für andere ist es ein unnötiges Hindernis in einer Stadt, in der jede Sekunde zählt. Solange sich die Gewohnheiten nicht ändern, bleiben Berlins Rolltreppen ein Schlachtfeld zwischen Geduld und Hektik.






