Brandenburgs Schulen kämpfen mit Lehrermangel und politischem Machtkampf
Paul SimonBrandenburgs Schulen kämpfen mit Lehrermangel und politischem Machtkampf
Brandenburgs Bildungssystem steht vor schweren Herausforderungen: Ein Rekordlehrkräftemangel und eskalierende politische Streitigkeiten belasten das Land. Der neue Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) macht aktuelle Stellenstreichungen für die Krise verantwortlich. Unterdessen wendet sich das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) gegen seinen ehemaligen Koalitionspartner, die SPD, und wirft diesem langjährige Politikversagen vor.
Hoffmann übernahm das Bildungsressort nach über 30 Jahren SPD-Führung. Kurz nach Amtsantritt erklärte er, im gesamten Land herrsche ein dramatischer Lehrermangel. Als Hauptgrund nannte er den Abbau von Vollzeitstellen – allein im Haushalt 2025 seien 345 Stellen gestrichen worden.
Seit dem zweiten Halbjahr des Schuljahres müssen zudem die meisten Lehrkräfte eine zusätzliche Wochenstunde unterrichten. Hoffmann kritisierte, dass diese Maßnahmen, die noch unter der vorherigen SPD-BSW-Regierung eingeführt worden seien, die Lage weiter verschärft hätten.
Die BSW-Landesvorsitzende Friederike Benda wies Hoffmanns Vorwürfe als "lächerlich" zurück. Die Probleme seien vielmehr das Ergebnis jahrzehntelanger Fehlentscheidungen von CDU und SPD. Besonders nannte sie die früheren SPD-Minister Steffen Freiberg und Robert Crumbach, die ihrer Ansicht nach für die Stellenkürzungen und die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtungen verantwortlich seien.
Obwohl die BSW die Bildungspolitik der SPD früher unterstützt hatte, räumt Benda nun ein, dass dies ein Fehler gewesen sei. Der Kurswechsel unterstreicht die wachsenden Spannungen zwischen der BSW und ihrem einstigen Verbündeten angesichts der maroden Schullandschaft im Land.
Der Streit lässt Brandenburgs Bildungssektor in einer tiefen Krise zurück – eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Lehrkräfte kämpfen mit steigenden Arbeitsbelastungen, während die politische Führung sich weiterhin gegenseitig die Schuld zuschiebt. Die Haushaltskürzungen 2025 und der anhaltende Personalmangel deuten auf weitere Belastungen für die Schulen hin.






