Brandenburgs Schulen kooperieren mit Bundeswehr – Streit um Jugendoffiziere als Gastredner
Paul SimonBrandenburgs Schulen kooperieren mit Bundeswehr – Streit um Jugendoffiziere als Gastredner
Brandenburgs Bildungsministerium und die Bundeswehr unterzeichnen Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der Bildungszusammenarbeit
Das Bildungsministerium Brandenburgs und die Bundeswehr haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um die bestehenden Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und der Armee auf eine formelle Grundlage zu stellen. Das Abkommen ermöglicht es Jugendoffizieren, als Gastreferenten in Klassen zu sprechen – die Teilnahme bleibt für die Schulen jedoch freiwillig.
Im Rahmen der neuen Vereinbarung dürfen Jugendoffiziere eingeladen werden, um über deutsche Außen- und Sicherheitspolitik zu diskutieren. Themen wie globales Krisenmanagement sowie nationale und europäische Sicherheitsinteressen stehen dabei im Fokus. Ihre Rolle ist rein beratend, und sie müssen sich an den Beutelsbacher Konsens halten, der jede Form der Indoktrination in Bildungseinrichtungen verbietet.
Oberst Nikolas Scholtka, Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, betonte die Bedeutung einer vielseitigen Auseinandersetzung mit Sicherheitsthemen. Falk Peschel, bildungspolitischer Sprecher der BSW-Fraktion, verurteilte die Vereinbarung hingegen scharf. Er bezeichnete sie als „institutionalisierte Kriegspropaganda“ in Klassenzimmern und forderte ihre sofortige Aussetzung.
Die BSW lehnt die Zusammenarbeit entschieden ab und kritisiert den möglichen Einfluss auf Schülerinnen und Schüler. Die Schulen behalten jedoch die volle Entscheidungshoheit darüber, ob sie Jugendoffiziere einladen. Die Zukunft des Abkommens hängt nun davon ab, wie die Bildungseinrichtungen auf das Angebot reagieren.






