Bundeswehr besucht über 2.000 Schulen – Kritik an militärischer Präsenz wächst
Julian HerrmannBundeswehr besucht über 2.000 Schulen – Kritik an militärischer Präsenz wächst
Die Bundeswehr hat ihre Präsenz an deutschen Schulen deutlich ausgeweitet – und stößt damit auf Kritik aus der Politik. Neue Zahlen zeigen, dass die Streitkräfte allein im ersten Quartal 2024 über 2.000 Schulbesuche durchgeführt haben. Kritiker werfen der Bundeswehr vor, damit militärisches Leben unter Jugendlichen normalisieren zu wollen.
Im ersten Quartal 2024 absolvierte die Bundeswehr insgesamt 2.013 Besuche an Schulen in ganz Deutschland. Bayern verzeichnete mit 562 Einsätzen die höchste Zahl, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 291. Niedersachsen und Baden-Württemberg registrierten 269 bzw. 219 Besuche.
Der Trend nimmt seit Jahren deutlich zu. Allein 2023 gab es in Bayern über 1.100 Schulbesuche durch die Bundeswehr. Zwar ist es der Truppe gesetzlich erlaubt, mit Schülerinnen und Schülern in Kontakt zu treten, eine aktive Anwerbung von Minderjährigen bleibt ihr jedoch verboten.
Nicole Gohlke, bildungspolitische Sprecherin der Linken, verurteilte die steigende Zahl der Besuche scharf. Uniformierte Jugendoffiziere und Berufsberater an Schulen dienten ihrer Ansicht nach einer gezielten Strategie, um junge Menschen an militärische Strukturen zu gewöhnen. Parallel dazu führte die Bundeswehr im selben Zeitraum auch 20 Besuche an Hochschulen im gesamten Bundesgebiet durch.
Die aktuellen Zahlen unterstreichen den kontinuierlichen Anstieg militärischer Präsenz in Bildungseinrichtungen. Da keine Anzeichen für eine Verlangsamung dieses Trends erkennbar sind, bleibt die Praxis weiter umstritten – insbesondere bei politischen Gegnern. Trotz der Beschränkungen bei der direkten Rekrutierung bleiben Schulen ein zentraler Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr.






