11 April 2026, 22:04

Cannabis-Legalisierung: Mehr Drogenfahrten und ein stabiler Schwarzmarkt

Gruppe von Menschen um ein Auto mit einem "Legalise Cannabis Ireland"-Schild herumstehend, umgeben von Gebäuden unter einem klaren blauen Himmel, mit Papieren im Auto sichtbar.

Cannabis-Legalisierung: Mehr Drogenfahrten und ein stabiler Schwarzmarkt

Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland führt zu starkem Anstieg von Drogenfahrten

Die teilweise Legalisierung von Cannabis in Deutschland hat zu einem deutlichen Anstieg von Verdachtsfällen auf Fahren unter Cannabis-Einfluss geführt. 2025 stiegen die Vorfälle um 31,5 Prozent auf 1.727 Fälle – im Vorjahr waren es noch 1.313 gewesen. Gleichzeitig wachsen die Sorgen über die Widerstandsfähigkeit des Schwarzmarkts und dessen Verbindungen zu härteren Drogen.

Das Gesetz, das Erwachsenen den Konsum und Besitz von Cannabis unter bestimmten Bedingungen erlaubt, trat am 1. April 2024 in Kraft. Bereits im Juli desselben Jahres durften nicht-kommerzielle Anbauvereine – begrenzt auf 500 Mitglieder – legal Cannabis anbauen und ausschließlich an ihre Mitglieder abgeben. Dennoch berichtete Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU), der Schwarzmarkt bleibe stark, und illegale Händler dominierten weiterhin das Angebot.

Seit August 2024 gilt ein gesetzlicher THC-Grenzwert für Autofahrer. Wer mit 3,5 Nanogramm oder mehr pro Milliliter Blutserum erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 500 Euro und einem einmonatigen Fahrverbot rechnen. Dennoch stiegen die Verkehrsunfälle in Verbindung mit Cannabis-Beeinträchtigung 2025 leicht von 115 auf 119 Fälle an.

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In Brandenburg wurden bisher 21 Anbauvereine genehmigt, sechs weitere Anträge sind noch in Bearbeitung. Redmann wies jedoch darauf hin, dass das legale Angebot die Nachfrage nicht decken könne, wodurch Raum für illegale Netzwerke bleibe. Im Zwischenbericht des Innenministeriums heißt es zudem, dass diese Schwarzmarktstrukturen zunehmend auch gefährlichere Drogen vertreiben.

Der politische Widerstand gegen das Gesetz wächst. Im Februar stimmte der CDU-Landesparteitag für eine Rücknahme der Teillegalisierung und die Abschaffung der bestehenden Regelungen.

Zwei Jahre nach der Legalisierung fällt die Bilanz gemischt aus: Während die Verdachtsfälle auf Drogenfahrten stark angestiegen sind, hält sich der Schwarzmarkt trotz der legalen Anbauvereine. Angesichts des zunehmenden politischen Drucks steht die Zukunft der deutschen Cannabis-Gesetze nun vor weiteren Debatten.

Quelle