CDU in Hessen leitet Ausschlussverfahren nach AfD-Kooperation ein
CDU in Hessen geht hart gegen Mitglieder vor, die mit der AfD zusammenarbeiteten
Der CDU-Kreisverband Groß-Gerau hat nach einer gemeinsamen Abstimmung im Gemeinderat von Biebesheim am Rhein Ausschlussverfahren gegen beteiligte Mitglieder eingeleitet. Parteivertreter bezeichneten den Schritt als notwendige Konsequenz aus einer "inakzeptablen Allianz".
Der Vorfall ereignete sich während einer Sitzung des Gemeinderats in Biebesheim am Rhein. Zunächst hatte die CDU ohne Absprache Kandidaten anderer Fraktionen in ihre Liste aufgenommen, woraufhin die Sitzung unterbrochen werden musste. Nach der Pause reichten CDU- und AfD-Vertreter eine gemeinsame Liste für die Wahl der ehrenamtlichen Stellvertreter des Bürgermeisters ein. Dadurch wurde der AfD-Kandidat Bernd Kahnert in den Vorstand gewählt.
Die CDU behauptete später, die Abstimmung sei "spontan und unabgestimmt" verlaufen und keine geplante Zusammenarbeit gewesen. Dennoch kündigte der Kreisvorsitzende Stefan Sauer weitere disziplinarische Maßnahmen an. CDU-Generalsekretär Leopold Born unterstützte die Entscheidung und forderte "sofortiges und entschlossenes" Handeln auf lokaler Ebene.
Im 31-köpfigen Gemeinderat hält die CDU acht Sitze, die AfD sechs. Ihre gemeinsame Liste setzte sich gegen einen separaten Vorschlag von SPD, Grünen und Freien Wählern durch, die zusammen über 17 Sitze verfügen. Eine aktuelle Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) zeigt, dass es in fast 19 Prozent von 5.000 sachlichen Kommunalabstimmungen zwischen 2019 und 2024 "direkte Zusammenarbeit" zwischen CDU und AfD gab.
Die eingeleiteten Ausschlussverfahren unterstreichen die klare Haltung der CDU gegen lokale Bündnisse mit der AfD. Die Partei macht deutlich, dass solche Kooperationen nicht geduldet werden – selbst wenn sie als ungewollt dargestellt werden. Weitere disziplinarische Schritte könnten folgen, während der Kreisverband den Vorfall prüft.






