Dagmar Frederic prangert mangelnde Vielfalt in Schlagersendungen an – und bleibt doch treu
Julian HerrmannDagmar Frederic prangert mangelnde Vielfalt in Schlagersendungen an – und bleibt doch treu
Dagmar Frederic blickt auf über sechs Jahrzehnte in der Schlagerszene zurück. Bekannt für ihren scharfen Witz und ihre unverblümte Art, sorgte sie kürzlich wieder für Schlagzeilen – diesmal mit einer scherzhaften Bemerkung über ihren Ehemann. Trotz ihrer langen Karriere übt sie weiterhin Kritik daran, wie Fernsehsendungen mit Gastauftritten umgehen.
Erstmals auf sich aufmerksam machte Frederic 2018, als sie offen erklärte, sie werde niemandem "nach dem Mund reden", um in einer Show aufzutreten. Seither äußert sie regelmäßig ihre Frustration über die Gepflogenheiten der Branche. Sie weist häufig darauf hin, dass in großen Schlagersendungen immer wieder dieselben Stars zu sehen sind – auf Kosten anderer Künstler, die kaum eine Chance erhalten.
Ihre Kritik richtet sich dabei nicht gegen die Moderatoren selbst. Stattdessen macht sie die Redaktionen für den mangelnden Abwechslungsreichtum verantwortlich, da diese über die Auswahl der Gäste entscheiden. Moderatoren wie Florian Silbereisen oder Giovanni Zarrella verteidigt sie sogar und betont, dass diese lediglich die Vorgaben umsetzen, die hinter den Kulissen getroffen werden.
Trotz ihrer kritischen Haltung bleibt Frederic der Branche treu. Mit bis zu 60 Auftritten pro Jahr präsentiert sie Schlagerevergreens, Musicalnummern und Chansons. Ihr Terminkalender ist gut gefüllt – obwohl sie von einer bescheidenen Rente lebt.
Für 2026 sind bereits zahlreiche Schlagersendungen geplant. Florian Silbereisen wird vier Formate moderieren, darunter Schlagerchampions und den Schlagerboom Open Air. Giovanni Zarrella präsentiert sechs ZDF-Musikspecials, darunter eine Sommerausgabe. Doch in den Shows von Silbereisen oder Andrea Kiewel war Frederic bisher nie zu Gast.
Mit einer Karriere von mehr als 60 Jahren stellt Frederic weiterhin Branchenstandards infrage. Ihre Äußerungen spiegeln die anhaltende Debatte über Fairness bei der Gastauswahl wider. Gleichzeitig beweist sie mit ihren regelmäßigen Auftritten, dass sie nach wie vor eine feste Größe in der deutschen Schlagerkultur ist.






