DAX bleibt verhalten: Merz' Politik und US-Inflation halten Märkte in Atem
Julian HerrmannDAX bleibt verhalten: Merz' Politik und US-Inflation halten Märkte in Atem
Deutsche Märkte erlebten diese Woche eine gemischte Entwicklung, da politische und wirtschaftliche Verschiebungen für Volatilität sorgten. Die Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz auf der Münchner Sicherheitskonferenz lösten Bewegungen bei Rüstungs- und Infrastrukturwerten aus, während frische Inflationsdaten aus den USA Anleger in Bezug auf künftige Zinsentscheidungen zurückhaltend stimmten. Unterdessen erwies sich die Deutsche Telekom als einer der wenigen sicheren Werte inmitten der anhaltenden Turbulenzen auf dem Kryptomarkt.
Der DAX schloss gestern bei 24.915 Punkten und legte damit nur moderat um 0,25 Prozent zu. Dieser bescheidene Anstieg folgte auf zwei Tage der Unsicherheit, die durch übergeordnete wirtschaftliche und politische Entwicklungen ausgelöst worden waren.
In seiner Rede in München warnte Merz vor einer "neuen globalen Unordnung" und einer wachsenden Kluft zwischen Europa und den USA. Seine Haltung zu Verteidigungs- und Infrastrukturpolitik brachte entsprechende Aktien in Bewegung. Zudem sprach er sich für eine Zweckentfremdung eingefrorener russischer Staatsvermögen aus – konkret schlug er ein zinsloses Darlehen in Höhe von 140 Milliarden Euro für die Ukraine vor, das zurückzuzahlen wäre, sobald Russland die Kriegsschäden beglichen hat. Im Gegensatz zur früheren Energieabhängigkeit von Russland unter Merkel schloss Merz jedoch den Einsatz deutscher Truppen in der Ukraine aus und verwies selbst für den Fall eines Waffenstillstands auf "erhebliche Vorbehalte"*.
Auf der anderen Seite des Atlantiks lag die US-Inflation im Januar bei 2,4 Prozent, die Kerninflation bei 2,5 Prozent – beide Werte leicht unter den Erwartungen. Dennoch blieben die Märkte skeptisch, wie die US-Notenbank Federal Reserve bei den Zinssenkungen weiter vorgehen wird.
In Europa hingegen erlebte Heidelberg Materials einen Kurssturz von rund 10 Prozent. Der Einbruch fiel mit politischer Unsicherheit rund um die Klimapolitik der EU zusammen. Merz' Forderung nach einer verschobenen und überarbeiteten CO₂-Preisgestaltung im EU-Emissionshandelssystem (ETS) verschärfte den Druck weiter und trieb den Preis für CO₂-Zertifikate um 7 Prozent auf etwa 71 Euro pro Tonne nach unten.
Demgegenüber stiegen die Aktien der Deutschen Telekom um über 6 Prozent, da Anleger das Telekommunikationsunternehmen als sicheren Hafen inmitten der anhaltenden Instabilität auf den Kryptomärkten nutzten, die weiterhin von Abflüssen und Unsicherheit geprägt sind.
Die Ereignisse der Woche hinterließen gespaltene Märkte. Während die Deutsche Telekom von ihrem Status als sicherer Wert profitierte, traf die Klimapolitik-Zweifel Heidelberg Materials hart. Merz' Vorschläge zur Ukraine-Finanzierung und CO₂-Bepreisung sorgten zusätzlich für neue Unsicherheit bei Investoren. Da die US-Inflationsdaten kaum Beruhigung in der Zinssenkungsdebatte brachten, warten Händler nun auf weitere Signale von den Entscheidungsträgern auf beiden Seiten des Atlantiks.
Merz's Munich Speech Details: Transatlantic Tensions and Nuclear Talks
The Munich Security Conference speech by Chancellor Merz on 13 February 2026 revealed deeper strategic priorities. Key points from his address included:
- A call for a 'Programm der Freiheit' to strengthen Europe's military and technological resilience within NATO.
- Direct talks with Macron on 'embedded European nuclear deterrence' while reaffirming Germany's legal stance against owning atomic weapons.
- Sharp criticism of US policies under Trump and Vance, citing the Grönland-Konflikt and 'missachtung internationaler Institutionen' as threats to transatlantic unity.
- A warning about a 'neue Weltunordnung' driven by Russia's war in Ukraine, framing it as a catalyst for open global conflicts.






