Ermittlungen gegen ÖRR-Blogger Jonas Müller eingestellt – ein Sieg für die Meinungsfreiheit?
Paul SimonErmittlungen gegen ÖRR-Blogger Jonas Müller eingestellt – ein Sieg für die Meinungsfreiheit?
Gegen Jonas Müller, Betreiber des ÖRR-Blogs, wird wegen seiner Beiträge über Hamado Dipama, Mitglied des BR-Rundfunkrats, kein juristisches Verfahren eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft Bamberg hat das Verfahren wegen übler Nachrede eingestellt und damit monatelange Ermittlungen beendet. Müller begrüßte die Entscheidung und bezeichnete sie als Erleichterung nach einem emotional belastenden Prozess.
Im Mittelpunkt des Falls standen zwei Beiträge, die Müller Anfang 2024 auf X (ehemals Twitter) veröffentlicht hatte. Im ersten wies er darauf hin, dass Dipama mit einem Instagram-Post von Afrokratie interagiert hatte, in dem weiße Menschen zunächst als "Neandertaler" bezeichnet worden waren. Der zweite Beitrag warf die Frage auf, ob Dipama seinen Flüchtlingsstatus behalten könne, falls er 2025 nach Burkina Faso zurückkehre, um ein Mausoleum einzuweihen.
Die Behörden kamen zu dem Schluss, dass beide Beiträge sachlich richtig und nicht ehrverletzend waren. Dennoch beschrieb Müller die Ermittlungen als schwere emotionale Belastung und gab zu, dass sie ihn an seiner Arbeit hatten zweifeln lassen. Spekulationen, der Fall sei ein gezielter Angriff auf seine Medienkritik gewesen, wies er zurück mit den Worten: "Das glaube ich nicht."
Um die steigenden Anwaltskosten zu decken, starteten Unterstützer eine Notfall-Spendenkampagne, die 15.000 Euro einbrachte. Müller kritisierte später die Ungleichheit im Rechtssystem, bei dem Angeklagte oft hohe Kosten tragen müssten, während die Ausgaben der Kläger öffentlich finanziert würden.
Mit der Einstellung des Verfahrens drohen Müller keine weiteren rechtlichen Konsequenzen. Die Entscheidung bestätigt, dass seine Berichterstattung über Dipama rechtmäßig und auf überprüfbaren Fakten beruhte. Der Ausgang des Falls wirft zudem weiterhin Fragen zur finanziellen Belastung von Beklagten in Ehrverletzungsprozessen auf.






