31 March 2026, 12:05

EZB warnt vor Inflation und Wachstumsrisiken durch Iran-Krieg und Ölpreisschock

Plakat mit der Aufschrift "Unter Präsident Bidens Inflationsreduktionsgesetz" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, unterteilt in zwei Abschnitte: oben die Auswirkungen des Gesetzes und unten die visualisierte Darstellung in Blau und Grün.

EZB warnt vor Inflation und Wachstumsrisiken durch Iran-Krieg und Ölpreisschock

Die Europäische Zentralbank (EZB) bereitet sich auf mögliche wirtschaftliche Folgen des Iran-Kriegs vor, während die Ölpreise stark steigen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat eine dreistufige Strategie zur Bewältigung der Energieschocks skizziert und vor höheren Preisen sowie einer verlangsamten Wachstumsdynamik gewarnt. Die Märkte rechnen nun in diesem Jahr mit Zinserhöhungen – ein deutlicher Wandel gegenüber früheren Prognosen, die noch Senkungen erwartet hatten.

Der Konflikt im Iran hat die globalen Ölströme durcheinandergebracht. Die Angriffe der Huthi-Rebellen auf die Schifffahrt Ende 2023 wirken sich weiterhin auf die Handelsrouten aus. Fast die Hälfte des Verkehrs durch den Suezkanal wurde umgeleitet, und eine vollständige Normalisierung steht noch aus. Nun rücken Befürchtungen um die Straße von Hormus in den Fokus – eine entscheidende Engstelle für den Ölexport.

Die Ölpreise sind rasant gestiegen und haben die Inflation im Euroraum im März auf 2,5 % getrieben (Februar: 1,9 %). Dies stellt den stärksten monatlichen Anstieg seit Oktober 2022 dar, wobei die Energieinflation auf +4,9 % im Jahresvergleich kletterte. Die Märkte sehen mittlerweile eine 84-prozentige Wahrscheinlichkeit für EZB-Zinserhöhungen im Jahr 2026, möglicherweise bereits ab April oder Juni.

Lagardes Strategie umfasst drei Schritte: Erstens könnte die EZB einen kurzfristigen Energieschock ignorieren, da politische Anpassungen zu spät kämen, um noch Wirkung zu zeigen. Zweitens wäre bei einer vorübergehenden, aber über dem Ziel liegenden Inflation eine schrittweise Anpassung der Geldpolitik denkbar. Drittens würde bei anhaltenden Abweichungen vom Inflationsziel eine entschlossene und nachhaltige Reaktion ausgelöst.

Die jüngsten Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) unterstreichen diese Sorgen und sagen weltweit höhere Preise sowie ein schwächeres Wachstum voraus. Die EZB-Modelle zeigen, dass die aktuellen Ölpreise mit ihrem negativen Szenario übereinstimmen – einem Szenario, in dem die Eurozone bis 2026 stagniert, bevor sich 2028 eine langsame Erholung abzeichnet. Im schlimmsten Fall könnte ein tieferer Energieschock eine leichte Rezession auslösen und die Inflation über zwei Jahre hinweg auf hohem Niveau halten.

Philip Lane, Chefvolkswirt der EZB, verglich den Ansatz der Bank mit einem statistischen Modell: Bei jedem Treffen würden die Daten abgewogen, um über mögliche Maßnahmen zu entscheiden.

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Die EZB hat bisher keine offizielle Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs vorgelegt. Doch die steigenden Ölpreise und die Inflation haben die Markterwartungen bereits von Zinssenkungen hin zu Erhöhungen verschoben. Die nächsten Schritte der Bank hängen davon ab, wie sich die Energiepreise und die Teuerungsrate in den kommenden Monaten entwickeln.

Quelle