Frauen prägen Apotheken – doch Lohnlücke und Care-Arbeit bleiben ungelöst
Philipp HuberFrauen prägen Apotheken – doch Lohnlücke und Care-Arbeit bleiben ungelöst
Frauen dominieren den Apothekensektor in Deutschland – doch Lohnungleichheit und Care-Arbeit bleiben ungelöst
Fast neun von zehn Beschäftigten in öffentlichen Apotheken sind Frauen – das zeigen aktuelle Zahlen für 2024. Doch trotz ihrer starken Präsenz kämpfen viele mit niedrigeren Löhnen und dem Druck, Beruf und unbezahlte Pflege- oder Haushaltsarbeit unter einen Hut zu bringen.
Die neuesten Daten belegen: Frauen stellen 89,2 Prozent der Belegschaft in deutschen öffentlichen Apotheken. Bei Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) liegt der Anteil sogar bei 97,5 Prozent, bei Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) bei 96,6 Prozent. Selbst in höheren Positionen sind Frauen in der Mehrheit: 74,1 Prozent der approbierten Apothekerinnen und 74,8 Prozent der Pharmaziestudierenden in der Praxisphase (PhiP) sind weiblich.
Doch die Lohnschere bleibt bestehen. Im Schnitt verdienen Frauen bei vergleichbarer Arbeit 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer. Viele reduzieren ihre Arbeitszeit oder bleiben in Teilzeit, um Kinderbetreuung, Haushalt oder die Pflege von Angehörigen zu stemmen – Aufgaben, die sie deutlich häufiger übernehmen als Männer.
Tanja Kratt, Bundesvorstandsmitglied der Apothekergewerkschaft Adexa, hat sich nun zu Wort gemeldet. Sie fordert bessere Arbeitsbedingungen in Apotheken und mehr politische Unterstützung. Zu ihren Kernforderungen gehören eine stärkere Durchsetzung von Teilzeitrechten sowie eine höhere gesellschaftliche Anerkennung von Care-Arbeit als wirtschaftlich unverzichtbarer Leistung.
Der Apothekensektor bleibt eine Frauenbranche – doch Lohnungleichheit und ungleiche Verteilung der Sorgearbeit prägen weiterhin den Berufsalltag. Kratts Appell an die Politik unterstreicht, wie dringend Reformen nötig sind, um faire Bezahlung und die Anerkennung unbezahlter Arbeit voranzutreiben. Ohne gezielte Maßnahmen wird das Missverhältnis zwischen beruflicher Leistung und finanzieller Wertschätzung bestehen bleiben.






