Zwei Statuen, zwei Geschichten: Mahnmal und Streitobjekt in Brandenburg und Washington
Greta WernerZwei Statuen, zwei Geschichten: Mahnmal und Streitobjekt in Brandenburg und Washington
Zwei Statuen stehen heute als stumme Mahnmale der Geschichte – eine in Brandenburg, die andere in Washington. In einer stillen Ecke Deutschlands erinnert eine Figur aus Cortenstahl an die Opfer von Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs. Unterdessen hat in den USA ein neu errichtetes Denkmal für Christoph Kolumbus nach seiner plötzlichen Aufstellung in der Nähe des Weißen Hauses für Diskussionen gesorgt.
Die deutsche Statue wurde 2018 am Eingang des Gutshofs Neuendorf im Sande aufgestellt. Sie symbolisiert die Menschen, die Anfang der 1940er-Jahre auf dem Gut zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Unter ihnen war Jutta Baumwol, die später nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Ihr Bruder initiierte die Schaffung des Denkmals, das heute besonders an ihrem Geburtstag im Mai und am Holocaust-Gedenktag Besucher anzieht.
Das stählerne Antlitz der Frau schimmert sanft im Frühlingslicht und bietet Raum für Besinnung. Auch am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus in Europa, versammeln sich hier Menschen.
In Washington ließ Präsident Donald Trump auf der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building eine Statue von Christoph Kolumbus aufstellen. Der Schritt erfolgte, nachdem bei Protesten im Rahmen der Black-Lives-Matter-Bewegung ähnliche Denkmäler gestürzt worden waren. Trump bezeichnete Kolumbus als "ursprünglichen amerikanischen Helden" und befeuerte damit die Debatte über historisches Erbe und Erinnerungskultur neu.
Die beiden Statuen erfüllen heute unterschiedliche Zwecke: Die eine ist eine stille Hommage an das Leid der Opfer, die andere ein Statement in einer größeren kulturellen Auseinandersetzung. Während das Denkmal in Brandenburg ein zentraler Ort der Erinnerung bleibt, steht die Kolumbus-Statue in Washington für eine andauernde nationale Debatte.






