GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" und Ineffizienz vor
Julian HerrmannGDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" und Ineffizienz vor
Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Finanzpraktiken der Deutschen Bahn scharf kritisiert. Er bezeichnete die Unternehmensstruktur als ineffizient und verglich sie mit einer "Geldwäschemaschine". Seine Äußerungen folgen auf jüngste Führungswechsel und anhaltende Bedenken hinsichtlich der Transparenz.
Reißen stellte zudem die Ernennung von Karin Dohm zur Finanzchefin infrage und bezeichnete sie als unqualifiziert für die Position. Er warnte, ihre Anstellung könnte zu weiteren Kontroversen und unnötigen Kosten für die Steuerzahler führen.
Der GDL-Vorsitzende warf der Deutschen Bahn vor, durch komplexe interne Abrechnungssysteme und Hunderte von Tochtergesellschaften Geldströme zu verschleiern. Auf dem Höhepunkt verfügte das Unternehmen über mehr als 1.000 Tochterfirmen, ihre Zahl ist mittlerweile jedoch auf knapp unter 600 gesunken. Reißen behauptete, diese Praktiken dienten dazu, Steuergelder zu sichern, während gleichzeitig die Kontrolle über die Geschäftsabläufe erschwert werde.
Zudem unterstützte Reißen die jüngsten Entscheidungen von Vorstandschefin Evelyn Palla, darunter die Entlassung von Sigrid Nikutta und Karin Dohm. Er begrüßte Pallas Schritt, die Größe der obersten Führungsebene zu halbieren, und argumentierte, dies werde die Abläufe straffen und die Produktivität steigern. Reißen forderte Palla auf, noch direkter zu handeln, statt sich auf Versprechungen zu verlassen.
Trotz seiner Kritik räumte Reißen ein, dass die neuen Züge und die moderne Technik der Deutschen Bahn den Fernverkehr verbessern sollten. Er betonte, dass eine bessere Unternehmensführung und eine konsequente Führung entscheidend seien, um das Unternehmen zu reformieren. Ohne diese Veränderungen, so seine Warnung, würden Ineffizienzen und finanzielle Fehlsteuerung weiter bestehen.
Reißens Aussagen unterstreichen die anhaltenden Spannungen um die finanzielle Transparenz und die Führungsetage der Deutschen Bahn. Die Reduzierung der Tochtergesellschaften und der Managementpositionen deutet auf Reformbemühungen hin. Doch seine Warnungen vor Dohms Ernennung und den internen Praktiken zeigen, dass der Bahnkonzern weiterhin vor großen Herausforderungen steht.






