Hamburgs Protest gegen sexualisierte Gewalt: Warum jetzt Druck auf die Politik wächst
Philipp HuberDemonstration in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt - Hamburgs Protest gegen sexualisierte Gewalt: Warum jetzt Druck auf die Politik wächst
Protest gegen sexualisierte Gewalt: Kundgebung am Donnerstag in Hamburg
Am kommenden Donnerstag findet um 17:30 Uhr in Hamburg eine Demonstration gegen sexualisierte Gewalt statt. Initiiert wurde die Kundgebung von der SPD-Politikerin Annika Urbanski. Ziel ist es, Solidarität mit Betroffenen zu zeigen und schärfere gesetzliche Schutzmaßnahmen zu fordern. Die Proteste erfolgen vor dem Hintergrund zahlreicher Missbrauchsberichte, darunter die jüngsten Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen.
Die Kundgebung am Rathausmarkt wird unter anderem von der bekannten Klimaaktivistin Luisa Neubauer unterstützt. Auslöser war Fernandes' öffentliche Anklage vom 20. März, in der sie Ulmen wiederholte digitale Übergriffe vorwirft – darunter die Erstellung von Deepfakes, gefälschte Profile für sexuelle Chats sowie körperliche Angriffe während ihrer Ehe. Der Fall hat eine bundesweite Debatte über digitale Gewalt entfacht, wobei Kritiker monieren, dass das deutsche Recht solche Straftaten unzureichend ahndet.
Ulmens Anwalt, Christian Schertz, kündigte unterdessen rechtliche Schritte gegen die Medienberichterstattung an. Die Darstellung der Vorwürfe sei "überwiegend unzulässig" und beruhe auf "einseitigen Schilderungen", die falsche Informationen verbreiteten. Medienvertreter wie der WELT-Redakteur Sebastian Vorbach bezeichneten den Fall hingegen als "Albtraum zwischenmenschlicher Schädigung" und verwiesen auf Spaniens strengere Gesetze gegen Identitätsmissbrauch und KI-generierte Übergriffe als mögliches Vorbild für Reformen.
Die Demonstration ist Teil einer wachsenden Bewegung, die härtere Konsequenzen für Täter sexualisierter Gewalt fordert. Die Organisator:innen hoffen, mit der Veranstaltung politischen Druck aufzubauen, um rechtliche Lücken beim Schutz von Betroffenen zu schließen – insbesondere in Fällen digitaler Manipulation und Online-Belästigung.
Auf der Kundgebung werden Aktivist:innen, Überlebende und Prominente gemeinsam für Veränderung eintreten. Angesichts von Fällen wie dem von Fernandes, die systemische Versäumnisse offenlegen, unterstreicht die Demonstration die Dringlichkeit gesetzlicher Reformen. Die Initiator:innen wollen die öffentliche Empörung in konkrete Maßnahmen gegen sexualisierte und digitale Gewalt umwandeln.






