Helene Bubrowski wird erste Frau im FAZ-Herausgeberrat und prägt Wandel
Julian HerrmannHelene Bubrowski wird erste Frau im FAZ-Herausgeberrat und prägt Wandel
Helene Bubrowski wird 2027 bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) eine historische Rolle übernehmen. Am 1. Januar wird sie als erste Frau in den Herausgeberrat der Zeitung einziehen. Ihre Berufung markiert einen weiteren Schritt in der allmählichen Abkehr der FAZ von ihrer traditionell konservativen Ausrichtung.
Bubrowski, eine langjährige politische Redakteurin, hat den deutschen Journalismus bereits geprägt. 2025 erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis für ihren FAZ-Essay Warum den Deutschen ein wenig mehr Optimismus guttun würde.
Seit 2013 arbeitet Bubrowski für die FAZ, zunächst als Berlin-Korrespondentin mit Schwerpunkt auf Rechtspolitik und die Grünen. Ihre Berichterstattung steht in engem Zusammenhang mit der ideologischen Neuausrichtung der Zeitung – ein Wandel, den Kritiker als VerTAZung bezeichnen. Diese Entwicklung begann nach dem Tod des Mitherausgebers Frank Schirrmacher 2014 und führte die FAZ näher an den linksliberalen Mainstream heran, der einst von Grünen und SPD dominiert wurde.
In politischen Talkshows fällt sie durch ihre souveräne Art, ihre präzise Faktenkenntnis und ihre wirtschaftsliberalen Positionen auf. Diese Eigenschaften haben maßgeblich zur neuen inhaltlichen Ausrichtung der Zeitung beigetragen. Gemeinsam mit Carsten Knop bildet sie nun eine Mehrheit im vierköpfigen Herausgeberrat und lenkt die FAZ weiter weg von ihren konservativ-bürgerlichen Wurzeln.
Der Herausgeberrat agiert mit geteilter Verantwortung und aufgeteiltem redaktionellem Einfluss. Bubrowskis Aufstieg spiegelt die tiefgreifenden Veränderungen bei einer Zeitung wider, die einst als Deutschlands führende konservative Stimme galt. Ihr Einfluss beschränkt sich nicht auf die Berichterstattung – auch durch Essays und öffentliche Auftritte prägt sie die neue Richtung der FAZ.
Mit ihrer Beförderung festigt Bubrowski ihre Rolle bei der Neugestaltung einer der einflussreichsten Zeitungen Deutschlands. Die FAZ setzt ihren Kurs fort, sich von ihrer konservativen Vergangenheit zu distanzieren und einen stärker zentristischen Ansatz zu verfolgen. Ihre Führung – gemeinsam mit Knop – wird diese Transformation in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter beschleunigen.






