Hessen startet Initiative für schnellen Übergang aus Frauenhäusern in sicheres Wohnen
Julian HerrmannHessen startet Initiative für schnellen Übergang aus Frauenhäusern in sicheres Wohnen
Neues Projekt in Hessen: Schnellerer Übergang von Frauenhäusern in sicheres Wohnen
Eine neue Initiative in Hessen soll Frauen, die Frauenhäuser verlassen, schneller den Weg in stabiles Wohnen ebnen. Das unter dem Namen "Wohnen nach dem Frauenhaus" gestartete Programm vereint Kommunalbehörden, Wohnungsanbieter und staatliche Stellen. Allein im Jahr 2023 meldeten über 9.000 Frauen in Hessen häusliche Gewalt – ein deutlicher Beleg für den dringenden Handlungsbedarf.
Vertreter des Deutschen Städtetags, des Verbandes südwestdeutscher Wohnungsunternehmen (VdW Südwest) sowie der hessischen Ministerien für Soziales und Wohnen unterzeichneten kürzlich eine Vereinbarung zur Umsetzung des Projekts. Im Rahmen der Initiative entstehen bezahlbare Wohnungen mit einer Miet- und Belegungsbindung von zehn Jahren, um betroffenen Frauen langfristige Sicherheit zu bieten.
Aktuell verbringen rund 20 Prozent der Frauen in Frauenhäusern mehr als sechs Monate dort, wie der Sozialmonitor zeigt. Dies verzögert die Aufnahme weiterer Schutzsuchender. Das neue Programm soll nicht nur Plätze in Frauenhäusern freimachen, sondern auch den Übergang in ein selbstständiges Leben erleichtern.
Das Land Hessen stellt für 2026 mindestens 16 Millionen Euro bereit. Zudem hat sich die Nassauische Heimstätte, ein großer Wohnungsanbieter, verpflichtet, bis 2028 jährlich 10 bis 15 Wohnungen für betroffene Frauen zur Verfügung zu stellen. Entscheidend für den Erfolg ist die enge Zusammenarbeit zwischen Wohnungswirtschaft, Land und Sozialministerium.
Dr. Michael Koch, Hauptgeschäftsführer des Hessischen Landkreistags, betonte die Dringlichkeit, den Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Frauen aus Frauenhäusern zu beheben. Dr. Johannes Hanisch, Erster Vizepräsident des Hessischen Städtetags, ergänzte, dass die Kommunen darauf hinarbeiten würden, den Übergang für Frauen und Kinder so reibungslos wie möglich zu gestalten.
Die Initiative bietet gezielte, langfristige Wohnlösungen für Frauen, die vor häuslicher Gewalt fliehen. Mit gesicherten Mitteln und etablierten Partnerschaften soll das Programm die Überlastung von Frauenhäusern verringern und den Zugang zu sicheren, bezahlbaren Wohnungen verbessern. Die ersten Wohnungen sollen in den kommenden Jahren bezogen werden können.






