28 March 2026, 22:04

Hessen will Untermietende besser vor Kündigung und Ausbeutung schützen

Plakat mit einem zweistöckigen Gebäude mit rotem Dach und weißen Wänden, Text in fetter schwarzer Schrift, der "emprunt national 6% - rentes perpetuelles exemptes impot" auf einem hellblauen Hintergrund liest.

Hessen will Untermietende besser vor Kündigung und Ausbeutung schützen

Eine neue Initiative unter der Führung Hessens im deutschen Bundesrat zielt darauf ab, den Schutz für Untermietende zu stärken. Der im späten März 2026 vorgestellte Vorschlag soll verhindern, dass Untermietende ihre Wohnung verlieren, wenn der Hauptmieter mit einer Räumungsklage konfrontiert wird. Mehrere Bundesländer unterstützen den Plan bereits, wobei die genaue Zahl der Befürworter noch unklar ist.

Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über ausbeuterische Untermietpraktiken in einem angespannten Mietmarkt, insbesondere in Großstädten.

Die Bundesratsinitiative konzentriert sich auf drei zentrale Änderungen. Erstens fordert sie, dass Hauptmieter Vermieter über alle Untermietverträge informieren müssen – einschließlich der Identität der Untermietenden und der Mietbedingungen. Derzeit haben Vermieter kaum gesetzliche Ansprüche auf diese Informationen.

Zweitens soll der Vorschlag verhindern, dass Vermieter gewinnorientierte Untermietverträge ignorieren. Dies folgt einem Urteil des Bundesgerichtshofs (Aktenzeichen VIII ZR 228/23) vom Januar 2026, das feststellte, dass Hauptmieter Wohnraum nicht zu finanziellen Zwecken weitervermieten dürfen. Das Gericht wies dabei auf Lücken im bestehenden Recht hin, die Missbrauch ermöglichen.

Das dritte Ziel besteht darin, Untermietende vor plötzlicher Obdachlosigkeit zu schützen. Im aktuellen System können Untermietende ihre Wohnung verlieren, wenn der Hauptmieter gekündigt wird – oft ohne ausreichende Vorwarnung. Die Initiative will sicherstellen, dass sie ihre Wohnrechte behalten, selbst wenn der Hauptmietvertrag endet.

Untermiete kann fair funktionieren, doch angesichts von Wohnungsmangel und steigenden Mieten in Städten sehen sich viele Untermietende überteuerten Verträgen mit kaum Schutz ausgesetzt. Die neuen Regeln sollen für Klarheit sorgen und Ausbeutung verhindern.

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Der hessische Plan findet bei mehreren Bundesländern Zustimmung, auch wenn noch nicht bestätigt wurde, wie viele sich offiziell angeschlossen haben. Die Beratungen im Bundesrat laufen, wobei Abgeordnete die Dringlichkeit von Maßnahmen in einem überlasteten Mietmarkt betonen.

Bei einer Verabschiedung würden die Reformen Hauptmieter verpflichten, Untermietdetails an Vermieter weiterzugeben und gewinnorientierte Untermietverträge zu unterbinden. Untermietende erhielten zudem stärkeren Schutz vor unerwartetem Wohnungsverlust. Die Änderungen sollen die Interessen von Mietenden, Vermietern und Untermietenden in einem Markt ausgleichen, in dem der Wohnungsdruck weiterhin steigt.

Quelle