IMK verschiebt Entscheidungen zu Gewalt und Pyrotechnik im Fußball auf Herbstkonferenz
Philipp HuberIMK verschiebt Entscheidungen zu Gewalt und Pyrotechnik im Fußball auf Herbstkonferenz
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, vorerst keine neuen Maßnahmen gegen gewalttätige Ausschreitungen in Fußballstadien einzuführen. Diese Entscheidung fällt trotz anhaltender Bedenken hinsichtlich Pyrotechnik, die in einem vertraulichen Bericht als eine der größten Sicherheitsherausforderungen im Fußball bezeichnet wird. Die Diskussionen sollen auf der Herbstkonferenz fortgesetzt werden.
Eine Arbeitsgruppe mit dem Namen „Fußball ohne Gewalt“ untersucht seit Längerem mögliche Lösungsansätze. In ihrem vertraulichen Bericht wird betont, dass das Problem nicht durch einzelne Maßnahmen oder Verantwortliche allein gelöst werden kann. Bisherige Bußgelder und Pilotprojekte mit Pyrotechnik-Detektoren haben nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat sich wiederholt für schärfere Maßnahmen ausgesprochen. Er kritisierte den Schiedsrichter, dass dieser das DFB-Pokalfinale im Mai trotz Pyrotechnik-Einsatz nicht abgebrochen habe. Reul forderte zudem strengere Kontrollen, darunter Durchsuchungen von Ultra-Fanräumen, Catering-Fahrzeugen sowie einen Ausbau der Videoüberwachung, um zu verhindern, dass Gegenstände über Zäune geworfen werden.
Die Arbeitsgruppe hat zwar einen konstruktiven Austausch über die Ahndung von Verstößen geführt, bisher jedoch keinen konkreten Plan für eine bessere Durchsetzung des Pyrotechnik-Verbots vorgelegt. Die IMK betont, dass ihre Entscheidung, weitere Schritte vorerst zurückzustellen, nicht von den Vorfällen beim DFB-Pokalfinale beeinflusst wurde.
Das Problem der Pyrotechnik bleibt damit ungelöst – aktuelle Maßnahmen werden von einigen Verantwortlichen als unzureichend bewertet. Die IMK wird das Thema auf ihrer Herbsttagung erneut aufgreifen. Bis dahin sind keine zusätzlichen Schritte zur Eindämmung der Gewalt in Fußballstadien geplant.






