Inflation steigt 2024 auf 4,6 Prozent – was die Regierung jetzt plant
Greta WernerInflation steigt 2024 auf 4,6 Prozent – was die Regierung jetzt plant
Deutschland bereitet sich auf einen deutlichen Anstieg der Inflation bis Ende 2024 vor – aktuelle Prognosen sagen eine Rate von 4,6 Prozent für Dezember voraus. Der Anstieg folgt auf die eskalierenden Spannungen im Persischen Golf nach einem jüngsten US-Angriff auf den Iran, der weltweit die Energiemärkte erschüttert hat. Als Reaktion darauf hat die Bundesregierung ein Paket an Entlastungsmaßnahmen angekündigt, um die finanzielle Belastung für Haushalte und Unternehmen abzufedern.
Die aktuelle Inflationsprognose stammt vom IW-Köln, das seine Schätzungen auf Preisentwicklungen während der Energiekrise 2022 stützt. Damals war die Teuerungsrate auf über 10 Prozent geklettert und lag im Jahresdurchschnitt bei 6,9 Prozent. Das Institut warnt nun, Deutschland stehe vor einer doppelten Herausforderung: steigende Preise bei gleichzeitig schwachem Wirtschaftswachstum.
Um die Folgen abzumildern, führt die Regierung ab dem 1. Mai eine temporäre Spritpreisbremse ein. Zudem dürfen Arbeitgeber ihren Beschäftigten steuerfreie Sonderzahlungen von bis zu 1.000 Euro gewähren. Doch Markus Demary, Geldpolitik-Experte des IW, zweifelt daran, ob diese Maßnahmen für einkommensschwache Familien ausreichen, die mit den höheren Lebenshaltungskosten kämpfen. Er schlägt vor, die Entfernungspauschale anzuheben, um die Fahrtkosten weiter zu senken.
Mittelfristig könnte die Europäische Zentralbank (EZB) eingreifen, um die Inflation einzudämmen – ähnlich wie während der Krise 2022. Das IW erwartet indes, dass die Teuerung auf hohem Niveau bleibt: Für 2026 wird eine durchschnittliche Rate von 3,5 Prozent prognostiziert, nach zuvor noch 2,7 Prozent.
Der erwartete Inflationsschub trifft Deutschland in einer Phase geopolitischer Spannungen und innerwirtschaftlicher Belastungen. Mit der Spritpreisbremse und steuerfreien Bonuszahlungen will die Regierung kurzfristig Entlastung schaffen. Sollte die Inflation jedoch längerfristig hoch bleiben, könnten weitere strukturelle Lösungen nötig werden.






