Vom Gefängnis zum Kulturort: Braunschweig plant neues Stadtviertel am Rennelberg
Paul SimonVom Gefängnis zum Kulturort: Braunschweig plant neues Stadtviertel am Rennelberg
Ein ehemaliges Gefängnis in Braunschweig soll in diesem Sommer eine neue Rolle übernehmen. Im Juni wird das Gelände vorübergehend Schauplatz des Theaterformen-Festivals sein, das ein dichtes Programm an Veranstaltungen bietet. Gleichzeitig blickt die Stadt auf eine weitaus größere Umgestaltung des Rennelberg-Areals und seiner Umgebung – hin zu einem völlig neuen Stadtviertel.
Ein weiterer Schritt in diesem Prozess stammt von Studierenden der Technischen Universität Braunschweig, die frische Entwürfe für die Neunutzung des Geländes entwickelt haben. Ihre Vorschläge sind nun bis zum 20. Mai im historischen Rathaus ausgestellt.
Die Stadt hatte die Pläne zur Entwicklung des Rennelberg-Geländes erstmals im Dezember 2018 genehmigt. Seither wird diskutiert, wie das Areal bestmöglich genutzt werden kann. Die studentischen Entwürfe bieten nun einen Ausgangspunkt für weitere Gespräche, auch wenn noch keine endgültigen Entscheidungen gefallen sind.
Drei prämierte Konzepte gingen aus dem Projekt hervor. Der erstplatzierte Entwurf Von Mauern zu Gemeinschaft stellt sich einen kreativen Campus vor, der sich um einen großen öffentlichen Platz gruppiert. Der mit dem zweiten Platz ausgezeichnete Vorschlag Wenn Barrieren fallen setzt auf die Öffnung des Gefängnisgeländes und die Anlage eines "Klimawald"-Parks. Der drittplatzierte Beitrag Nachbarschaft statt Gefängnis schlägt eine neue Straße und einen Platz vor, wobei möglichst viele bestehende Gebäude erhalten bleiben sollen.
Trotz der Begeisterung für diese Ideen betont die Stadt, dass die Umsetzung noch nicht beginnen kann. Die Zukunft des Geländes hängt weiterhin vom laufenden Verkaufsprozess ab – konkrete Veränderungen bleiben daher vorerst ausgesetzt.
Zuvor erhält die Öffentlichkeit jedoch einen Vorgeschmack auf das Potenzial des Gefängnisses: Beim Theaterformen-Festival im Juni werden Aufführungen und Installation das Gelände beleben und einen Einblick in seine kulturellen Möglichkeiten geben.
Die studentischen Entwürfe bleiben weiterhin Teil der Überlegungen, während die Stadt ihre langfristigen Pläne vorantreibt. Bis dahin dient das ehemalige Gefängnis als Festivalort und gibt den Bewohnerinnen und Einwohnern die Chance, den Raum auf neue Weise zu erleben. Eine dauerhafte Umgestaltung wird es jedoch erst geben, sobald der Verkauf des Geländes abgeschlossen ist.






