Italo kommt 2028: Pro Bahn fordert faire Regeln für mehr Wettbewerb auf der Schiene
Philipp HuberItalo kommt 2028: Pro Bahn fordert faire Regeln für mehr Wettbewerb auf der Schiene
Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt den geplanten Markteintritt des italienischen Hochgeschwindigkeitsbahnbetreibers Italo in den deutschen Fernverkehr. Der Schritt könnte den Wettbewerb beleben, doch die Organisation pocht auf klare Regelungen, um den Regionalverkehr zu schützen und faire Zugangschancen zu gewährleisten.
Italo plant, ab 2028 in Deutschland zu starten und wichtige Strecken wie Berlin–München, München–Hamburg sowie Köln–Frankfurt–München zu bedienen. Pro Bahn sieht darin eine Chance für den Sektor, warnt jedoch, dass neue Anbieter lukrative Verbindungen bevorzugen könnten – zum Nachteil weniger rentabler Strecken.
Der Verband fordert die Schaffung einer unabhängigen nationalen Behörde für den Fernverkehr. Diese sollte Strecken vergeben und ein Gleichgewicht zwischen profitablen und weniger profitablen Verbindungen herstellen. Zudem verlangt Pro Bahn rechtlich verbindliche Schutzmaßnahmen für bestehende Regionalangebote bei der Vergabe von Trassen, um Kapazitätsengpässe zu verhindern, die den lokalen Verkehr beeinträchtigen könnten.
Darüber hinaus setzt sich die Organisation für ein einheitliches Tarifsystem aller Fernverkehrsanbieter ein – inklusive Zeitkarten und einer anbieterübergreifenden Alternative zur BahnCard 100. Die bestehenden gesetzlichen Vorgaben im Allgemeinen Eisenbahngesetz müssten hierfür konsequent umgesetzt werden, argumentiert der Verband.
Pro Bahn betont, dass die Politik klare Regeln aufstellen muss, um Nachteile für ländliche Regionen, Regionalverkehr und Stammkunden zu vermeiden. Der Einstieg von Italo könnte zwar Vorteile bringen – aber nur, wenn der Wettbewerb fair geregelt wird und bestehende Angebote geschützt bleiben.






