Kemptens CSU-Ära endet: Freie Wähler holen sich das Rathaus zurück
Julian HerrmannKemptens CSU-Ära endet: Freie Wähler holen sich das Rathaus zurück
Kemptens langjähriger Oberbürgermeister Thomas Kiechle (CSU) verliert nach zwei Amtszeiten sein Amt
Mit dem Wahlausgang endet auch die 30-jährige Vorherrschaft der CSU im Kemptener Rathaus, die 1996 begonnen hatte. Christian Schoch von den Freien Wählern setzte sich in der Stichwahl mit 55 Prozent der Stimmen durch.
Die CSU hatte das Kemptener Rathaus 1996 erstmals übernommen, als Ulrich Netzer den damaligen SPD-Amtsinhaber besiegte. Netzer übergab das Amt 2014 an Kiechle, den Sohn des früheren Bundeslandwirtschaftsministers Ignaz Kiechle, der seither als Oberbürgermeister amtierte.
In der diesjährigen Stichwahl unterlag Kiechle deutlich gegen Schoch. Die Wahlbeteiligung lag bei 43,6 Prozent – ein Zeichen für das lokale Interesse an der Abstimmung.
Obwohl aktuelle Daten zu politischen Verschiebungen in Kempten seit 1996 fehlen, zeigte die Kommunalwahl im März 2026 im benachbarten Kaufbeuren einen ähnlichen Trend: Dort verlor die CSU einen Sitz, während die AfD vier hinzugewann.
Das Ergebnis beendet die CSU-Ära im Kemptener Oberbürgermeisteramt nach drei Jahrzehnten. Schochs Sieg als kandidat der unabhängigen Freien Wähler markiert einen Wandel in der lokalen Führung. Die Partei übernimmt damit die Position, die zuvor fest in der Hand der CSU lag.






