KNDS-Börsengang in Gefahr: Deutschland und Frankreich streiten um Kontrolle und Vetorechte
Julian HerrmannKNDS-Börsengang in Gefahr: Deutschland und Frankreich streiten um Kontrolle und Vetorechte
Ein Streit über die Zukunft des Rüstungskonzerns KNDS ist nur wenige Tage vor dem geplanten Börsengang des Unternehmens ausgebrochen. Die Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich haben sich zugespitzt – es geht um die Kontrolle und den Schutz des Konzerns.
Der Aufsichtsratsvorsitzende von KNDS, Tom Enders, kritisierte deutsche Pläne für Vetorechte als „ziefst beunruhigend“. Er stellte zudem infrage, ob Deutschland Frankreich in der Rüstungszusammenarbeit wie China behandle. Enders warnte, dass Berlin ohne engere Kooperation Gefahr laufe, „nationalistische Alleingänge“ zu verfolgen.
Die Bundesregierung verteidigte ihre Haltung und besteht auf strengen Schutzmaßnahmen, um zu verhindern, dass kritisches Know-how das Land verlässt. Ziel ist es, eine Verlagerung von Entwicklung, Produktion oder Exportkapazitäten ins Ausland zu unterbinden. Mehrere SPD-Abgeordnete fordern umfangreiche Vetorechte bei Entscheidungen von KNDS.
Trotz der Differenzen haben Berlin und Paris eine grundsätzliche Verständigung über mögliche Vetorechte der deutschen Regierung erzielt. Die Verhandlungen seien in einem „Geist des Vertrauens und der Vertraulichkeit“ geführt worden, hieß es aus Kreisen der Beteiligten.
Der Konflikt eskaliert, während KNDS sich auf seinen Börsengang vorbereitet. Die Schutzmaßnahmen der Bundesregierung zielen insbesondere auf den Schutz geistigen Eigentums im Rüstungsbereich ab. Beide Seiten signalisieren zwar Fortschritte, doch bleiben zentrale Streitpunkte weiterhin ungelöst.






