15 May 2026, 08:06

KNDS will zwei deutsche Autowerke für Militärfahrzeuge übernehmen

Gruppe gepanzerter Militärfahrzeuge auf einem Parkplatz geparkt, mit einem Metallzaun links und einer Flagge an einem Fahrzeug.

KNDS will zwei deutsche Autowerke für Militärfahrzeuge übernehmen

KNDS, ein französisch-deutscher Hersteller von gepanzerten Fahrzeugen, verhandelt über die Übernahme zweier großer deutscher Werke. Das Unternehmen prüft sowohl das Mercedes-Benz-Werk in Ludwigsfelde als auch den Volkswagen-Standort in Osnabrück. Die Pläne fallen in eine Phase, in der KNDS seine Produktion angesichts der wachsenden militärischen Nachfrage in Europa ausbauen will.

Die möglichen Übernahmen folgen auf den Kauf des Alstom-Werks in Görlitz durch dieselbe Gruppe im vergangenen Jahr. Mit einer geplanten Investition von einer Milliarde Euro strebt KNDS an, seine Fertigungskapazitäten in naher Zukunft deutlich zu erhöhen.

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Mercedes-Benz prüft derzeit Optionen für das Werk in Ludwigsfelde, wo die Produktion des Sprinter bis 2030 nach Jawor in Polen verlagert wird. Da die künftige Ausrichtung des Standorts unklar ist, erwägt das Unternehmen, Teile des Geländes an KNDS zu verpachten. Dadurch könnte die Herstellung militärischer Fahrzeuge parallel zur bestehenden Transporterfertigung laufen. Mercedes-Benz hat die Gespräche bisher nicht bestätigt.

Unterdessen sucht Volkswagen nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für das Werk in Osnabrück, nachdem die aktuelle Produktion 2027 endet. Der Autokonzern steht mit mehreren Unternehmen in Verhandlungen – darunter KNDS –, um eine „zukunftsfähige Perspektive“ für den Standort zu finden. Rheinmetall hatte zuvor Interesse an dem Werk bekundet, sich später aber zurückgezogen.

Der Expansionskurs von KNDS erfolgt vor dem Hintergrund steigender Bestellungen europäischer Armeen für gepanzerte Fahrzeuge. Allein Deutschland wird voraussichtlich in den kommenden Monaten bis zu 3.000 radgepanzerte Boxer-Fahrzeuge ordern. Die Investitionspläne des Unternehmens spiegeln die wachsende Nachfrage nach Militärtechnik auf dem Kontinent wider.

Sollten die Deals zustande kommen, würde KNDS zwei strategisch wichtige Produktionsstandorte in Deutschland gewinnen. Die Investition von einer Milliarde Euro soll eine deutliche Steigerung der Produktion gepanzerter Fahrzeuge ermöglichen. Sowohl Mercedes-Benz als auch Volkswagen könnten so trotz veränderter industrieller Prioritäten eine Zukunft für ihre Werke sichern.

Quelle