Netanyahu wehrt sich gegen bizarre Todesgerüchte und KI-Verschwörungstheorien
Philipp HuberNetanyahu wehrt sich gegen bizarre Todesgerüchte und KI-Verschwörungstheorien
In den letzten Wochen haben sich im Internet Gerüchte über den Tod des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu oder dessen Ersatz durch künstliche Intelligenz verbreitet. Die Spekulationen nahmen an Fahrt auf, nachdem ein Video des Regierungschefs ungewöhnliche Sprachmuster zeigte – was Theorien über seinen Verbleib und sogar die Verwendung eines Doubles befeuerte.
Auslöser der Kontroverse war eine Umfrage von Tuomas Malinen, Professor an der Universität Helsinki, die die Diskussionen über Netanyahus Status neu entfachte. Nutzer in sozialen Medien behaupteten, er könnte bereits im März gestorben sein, wobei einige auf einen Raketenangriff am 8. März als mögliche Ursache verwiesen. Andere spekulierten, sein Privatjet sei in Berlin am Boden geblieben, was die Zweifel weiter schürte.
Am 15. März 2026 nahm Netanyahu in einem Video, das in einem Café in Jerusalem gedreht wurde, zu den Behauptungen Stellung. Scherzhaft erklärte er, er könnte "für einen Kaffee sterben", und forderte die Zuschauer auf, seine Finger zu zählen – eine Anspielung auf frühere Vorwürfe, ein vorheriges Video habe ihn mit nur sechs Fingern gezeigt. Offizielle Quellen und Faktenchecker, darunter Reuters, bestätigten die Echtheit der Aufnahmen und wiesen die Theorien zurück.
Die Gerüchte entstanden vor dem Hintergrund des eskalierenden Iran-Israel-Konflikts, der am 28. Februar 2026 begonnen hatte. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass Netanyahu den damaligen US-Präsidenten Donald Trump von der Möglichkeit eines militärischen Einsatzes zur Zerschlagung des iranischen Regimes überzeugt hatte.
Trotz der Widerlegungen zweifelten einige Nutzer weiterhin an, ob Netanyahu durch KI oder einen Doppelgänger ersetzt worden sei, und verwiesen auf Veränderungen in seiner Sprache und Formulierungen bei jüngeren Auftritten.
Die israelische Regierung hat über das bestätigte Video hinaus keine weiteren Stellungnahmen abgegeben. Faktenchecks bestätigten Netanyahus Anwesenheit in Jerusalem und widerlegten damit die extremsten Behauptungen. Dennoch zeigt der Vorfall, wie schnell sich Fehlinformationen in Zeiten von Konflikten und politischer Spannung verbreiten.






