31 March 2026, 02:04

Pensionskasse der Zahnärzte verliert Milliarden durch riskante Investitionen

Kreuzworträtsel mit den Wörtern "Verlust, Risiko und Risiko" auf einer Zeitungsseite voller Text und Zahlen.

Pensionskasse der Zahnärzte verliert Milliarden durch riskante Investitionen

Ein langjähriger Vorstandsvorsitzender der Zahnärzte-Pensionskasse ist nach einer Reihe hochriskanter Investitionen, die zu erheblichen finanziellen Verlusten führten, von seinem Posten abberufen worden. Die Entscheidung folgt auf Jahre, in denen das Vermögen des Fonds zunehmend in riskantere Anlagen umgeschichtet wurde – mit der Folge, dass nun rund 11.000 Zahnärzte in Berlin, Brandenburg und Bremen um ihre Renten fürchten müssen.

Das Berliner Verwaltungsgericht bestätigte kürzlich die Abberufung und urteilte, der Vertrauensverlust in seine Führung rechtfertige den Schritt. Der ehemalige Vorstandschef klagt jedoch nun gegen die Entscheidung und wirft vor, sie beruhe auf unbegründeten Vorwürfen.

Die Zahnärzte-Versorgungswerke begannen spätestens 2018, stärker in riskante Anlagen zu investieren. Aufgrund anhaltend niedriger Zinsen diversifizierte der Fonds sein Portfolio und steckte 10 bis 15 Prozent in Private-Equity-Beteiligungen, Infrastrukturprojekte und Immobilienentwicklungen – darunter Gewerbeimmobilien in Berlin und erneuerbare Energien in Brandenburg.

Bis 2024 stieg die Gesamtvolatilität des Fonds von vier Prozent (2018) auf sieben Prozent. Zwar wuchs das Vermögen – der Berliner Fonds erhöhte sich von 1,2 Milliarden Euro (2018) auf über 1,8 Milliarden Euro (2025) –, doch die Strategie schlug fehl. Der Fonds soll die Hälfte seines Gesamtvermögens verloren haben, darunter durch den Kollaps der Beteiligung Element, die in die Insolvenz rutschte.

Der Aufsichtsratsvorsitzende wurde im April abberufen, nachdem die Mitglieder das Vertrauen in seine Führung verloren hatten. Der Sitzungsleiter nannte die Entscheidung "schwerwiegend", betonte jedoch, sie sei nicht persönlich motiviert. Zunächst hatte die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege die Abberufung für rechtswidrig erklärt. Das Verwaltungsgericht hob dieses Urteil jedoch später auf und gab dem Fondsvorstand recht.

Der ehemalige Vorstandschef weist das Urteil zurück und bezeichnet seine Entlassung als ungerechtfertigt und auf haltlosen Anschuldigungen beruhend. Die Begründung grenze seiner Ansicht nach an Verschwörungstheorien.

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Mit der gerichtlichen Bestätigung bleibt die Abberufung zwar bestehen, doch der Rechtsstreit könnte weitergehen. Die betroffenen Zahnärzte in den drei Bundesländern blicken angesichts der hohen Verluste des Fonds einer ungewissen Renten Zukunft entgegen. Der Fall zeigt zudem die Risiken auf, die mit der Verlagerung von Pensionsgeldern in hochriskante Anlagen in Niedrigzinsphasen verbunden sind.

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