Pharmazeutischer Dienstleistungsfonds wächst trotz Reformpläne und steigender Kosten
Julian HerrmannPharmazeutischer Dienstleistungsfonds wächst trotz Reformpläne und steigender Kosten
Pharmazeutischer Dienstleistungsfonds (pDL) verzeichnet starkes Wachstum im dritten Quartal – trotz steigender Kosten
Der Pharmazeutische Dienstleistungsfonds (pDL) konnte im dritten Quartal ein kräftiges Wachstum verzeichnen, obwohl die Ausgaben stiegen. Die Einnahmen erreichten fast 35 Millionen Euro, sodass nach Abzug der Kosten noch über 548 Millionen Euro verfügbar blieben. Unterdessen kündigte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) an, den Fonds im Rahmen seiner Apothekenreform schrittweise abzuschaffen.
Im Berichtszeitraum verarbeitete der pDL einen deutlichen Anstieg der Dienstleistungen. So wurden standardisierte Risikobewertungen bei Bluthochdruck 44.527-mal durchgeführt – ein Plus von 43 Prozent im Jahresvergleich und 13 Prozent mehr als im Vorquartal. Auch die erweiterte Beratung bei Polymedikation nahm stark zu: 78.949 Patientinnen und Patienten, die fünf oder mehr Medikamente einnehmen, erhielten Unterstützung – ein Anstieg von 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 21 Prozent mehr als im zweiten Quartal. Bei der Anleitung zur korrekten Inhalatornutzung zeigte sich jedoch ein gemischtes Bild: 91.274 Patientinnen und Patienten wurden beraten, 18 Prozent mehr als im Vorjahr, aber 16 Prozent weniger als im zweiten Quartal.
Insgesamt reichten 8.777 Apotheken im Berichtszeitraum Abrechnungen beim pDL ein. Die Einnahmen des Fonds lagen weiterhin über den Ausgaben, sodass eine solide finanzielle Basis erhalten blieb. Separat davon schüttete der Not- und Nachtdienstfonds der Apotheken (NNF) 11,3 Millionen Euro aus – ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal und 55 Prozent im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres.
Die geplante Reform des BMG sieht vor, die bisher dem pDL zufließende Pauschale von 20 Cent pro Packung künftig stattdessen für den Notapotheken-Dienst zu verwenden. Diese Umwidmung ist Teil des umfassenderen Vorhabens des Ministeriums, den pDL vollständig aufzulösen.
Die Zahlen des pDL für das dritte Quartal belegen eine regen Geschäftstätigkeit mit deutlichen Steigerungen bei den Patientendienstleistungen und einer stabilen finanziellen Lage. Dennoch bleibt die Zukunft des Fonds ungewiss, da das BMG seine Reformpläne vorantreibt. Die Umverteilung der Mittel wird voraussichtlich sowohl die Apotheken als auch die Finanzierung der Notdienste in den kommenden Monaten beeinflussen.






