Polizei und Gedenkinitiative stärken gemeinsam Demokratiebildung durch NS-Ausstellung
Philipp HuberPolizei und Gedenkinitiative stärken gemeinsam Demokratiebildung durch NS-Ausstellung
Neue Partnerschaft zwischen Polizei und historischer Gedenkinitiative stärkt Demokratie- und Toleranzbildung
Am 18. März 2026 unterzeichneten Polizepräsident Udo Vogel und Professorin Dr. Benigna Schön Hagen in Reutlingen eine Kooperationsvereinbarung, die eine langfristige Unterstützung für eine Ausstellung über die NS-Verfolgung in Tübingen sichert. Die Zusammenarbeit zwischen der Polizei und der Gedenkinitiative soll die Vermittlung demokratischer Werte und Toleranz fördern.
Das Vorhaben ist Teil des landesweiten Polizeiprojekts "Strategische Patenschaften für Demokratie und Toleranz" aus dem Jahr 2024. Ziel ist es, interkulturelles Verständnis und demokratisches Bewusstsein unter den Beamtinnen und Beamten zu stärken. Geplant sind unter anderem Führungen durch die Ausstellung "Grenzenlose Anatomie: Tübinger Wissenschaft und Nationalsozialismus", Gastvorträge sowie Besuche an historischen Orten, die mit NS-Verbrechen verbunden sind.
Die Ausstellung entstand aus einem vierjährigen Forschungsprojekt und gilt als zentraler Erinnerungsort an die NS-Gewaltherrschaft in Tübingen. Schön Hagen dankte Vogel und den fünf speziell geschulten "strategischen Paten" des Projekts, die den Fortbestand der Ausstellung über das Jahr 2027 hinaus sichern. Die Paten, die am Polizeipräsidium Reutlingen angesiedelt sind, werden Fortbildungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leiten.
Vogel betonte die Bedeutung solcher Gedenkstätten für die politische Bildung. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte helfe Polizistinnen und Polizisten, die Gefahren einer Aushöhlung des Rechtsstaats zu erkennen, so der Polizepräsident. Bereits jetzt finden im Rahmen der Initiative "Feld X" regelmäßig Führungen für Polizeibeschäftigte statt.
Die Partnerschaft ermöglicht kontinuierliche Schulungen und historische Bildungsarbeit für die Reutlinger Polizei. Geführte Besuche, Vorträge und Exkursionen sind fester Bestandteil des Programms. Gleichzeitig sichert die Initiative das Erbe der Ausstellung und festigt demokratische Grundwerte innerhalb der Behörde.






