16 April 2026, 16:05

RAW-Gelände in Berlin: Warum Kultclubs jetzt um ihr Überleben kämpfen

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude auf dem Boden während einer Demonstration in Berlin, einige tragen Masken und sind von verstreuten Taschen und Bäumen umgeben unter einem klaren blauen Himmel.

RAW-Gelände in Berlin: Warum Kultclubs jetzt um ihr Überleben kämpfen

Ungewisse Zukunft für Berlins Kultort RAW-Gelände: Clubs droht die Schließung

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Der ikonische Berliner Standort RAW sieht einer unsicheren Zukunft entgegen, da langjährige Clubs und Kulturstätten vor der Schließung stehen. Die familiengeführte Kurth-Gruppe, Eigentümerin des Geländes, hat Betriebserlaubnisse widerrufen und sich geweigert, Pachtverträge zu verlängern – mehrere Einrichtungen befinden sich damit in einer rechtlichen Grauzone. Als Reaktion formiert sich Widerstand: Aktivist:innen und politische Gruppen mobilisieren für den Erhalt des Areals, eine große Demonstration ist für Samstag geplant.

Im Mittelpunkt des Streits stehen die Pläne der Kurth-Gruppe, das RAW-Gelände umzugestalten, das sie seit 2015 besitzt. Das Unternehmen will dort Wohnungen errichten – trotz eines bestehenden Bausverbots – und fordert bis Ende dieses Monats Klarheit zu Brandschutz, Lärmschutz und Zuständigkeiten der Behörden. Parallel hat es Betrieben wie Crack Bellmer, Bar zum Schmutzigen Hobby, Lokschuppen und Cassiopeia die Genehmigungen entzogen und ihre Tätigkeit damit faktisch für illegal erklärt.

Ein Entwurf für eine Lösung schlägt einen Kompromiss vor: Kurth könnte das Gelände entwickeln, müsste aber im Gegenzug langfristig stark subventionierte Bedingungen für Kulturstätten für mindestens 30 Jahre garantieren. Doch es gibt weiterhin Streit darüber, wie schnell aus dem Entwurf ein verbindlicher Plan werden soll. Während die Kurth-Gruppe die Verzögerungen kritisiert, pocht der Bezirk auf rechtliche Absicherung vor weiteren Schritten.

Weder die Clubs noch lokale Politiker:innen zeigen sich bereit, den Forderungen von Kurth ohne Widerstand nachzugeben. Florian Schmidt, eine Schlüsselfigur in den Verhandlungen, und die Betreiber:innen weigern sich, unter Druck gesetzt zu werden. Die angespannte Lage wird sich bei der für Samstag geplanten Rave-Demonstration entladen, bei der Aktivist:innen – unterstützt von SPD, Grünen und Linken – auf die Notlage der Clubbetreiber:innen aufmerksam machen und für den Erhalt des Geländes kämpfen wollen.

Ziel des Protests ist es, die lebendige Kulturszene auf dem RAW-Gelände zu bewahren. Doch das Ergebnis bleibt ungewiss. Ohne verlängerte Verträge oder eine finale Einigung hängt die Zukunft der Clubs in der Schwebe. Die von Kurth gesetzte Frist für eine Lösung rückt näher – und verschärft die Dramatik der Auseinandersetzung.

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