Schüler kämpfen vergeblich für Solaranlage auf ihrem Schuldach
Schülerinnen und Schüler der Max-Eyth-Schule setzen sich seit Jahren für die Installation von Solarmodulen auf dem Schuldach ein. Ihr Engagement begann 2021, doch das Projekt steht nun vor einem schweren Rückschlag. Der neue Eigentümer der Schule, die Montano Real Estate GmbH, lehnte den Vorschlag Ende 2025 ab – trotz wachsender Unterstützung für erneuerbare Energien in der Region.
Auf dem Dach der Schule ließen sich etwa 700 Solarmodule installieren. Die Anlage könnte genug Strom erzeugen, um 100 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen. Zudem würde sie rund ein Drittel des Energiebedarfs der Schule decken und jährlich 160 Tonnen CO₂-Emissionen einsparen.
In den vergangenen fünf Jahren haben sowohl die Stadt Dreieich als auch das Land Hessen ihre Solarprojekte ausgeweitet. Hessen verdoppelte seine Solarkapazität auf über 1 Gigawatt (GW) im Rahmen des 2022 gestarteten Programms Hessen Solar. Dreieich stattete öffentliche Gebäude mit Solaranlagen aus, darunter eine 150-Kilowatt-Peak-Anlage auf dem Rathaus im Jahr 2023 sowie mehrere Schulen in den Jahren 2024 und 2025.
Die Montano Real Estate GmbH, die die Schule 2024 übernahm, blockierte das Projekt Ende 2025. Als Begründung nannte das Unternehmen rechtliche Hürden, Vorgaben für Dachbegrünungen sowie Bedenken hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit. Zudem behauptete es, dass selbst erzeugter Solarstrom 18 Cent pro Kilowattstunde kosten würde – deutlich mehr als der aktuelle Bezugspreis von 10 Cent.
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme widersprach diesen Angaben jedoch. Eine Analyse des Instituts zeigte, dass großflächige Solaranlagen Strom bereits für 4 bis 8 Cent pro Kilowattstunde produzieren können. Montano schloss eine erneute Prüfung des Vorhabens zwar nicht aus, nannte aber keinen Zeitrahmen für eine weitere Bewertung.
Die Schülerinnen, Schüler und ihr Lehrer Florian Kraft kämpfen weiterhin für das Projekt. Sie argumentieren, dass Montanos Bewertung auf veralteten oder ungenauen Kostenschätzungen beruhe, und fordern eine Neubewertung auf Basis aktueller Daten.
Die Ablehnung lässt die Solarinitiative vorerst in der Schwebe. Bei einer Genehmigung würde die Anlage die Energiekosten senken, Emissionen reduzieren und zu den regionalen Klimazielen beitragen. Bis auf Weiteres warten die Schülerinnen, Schüler und ihre Unterstützer darauf, dass Montano den Antrag noch einmal überdenkt.






