WM-Fieber kostet deutsche Wirtschaft 1,3 Milliarden Euro durch Produktivitätsverluste
Philipp HuberWM-Fieber kostet deutsche Wirtschaft 1,3 Milliarden Euro durch Produktivitätsverluste
Die Fußball-Weltmeisterschaft läuft auf Hochtouren – mit Rekordzahlen von 104 Spielen innerhalb von fast fünf Wochen. Weltweit suchen Arbeitnehmer nach Wegen, die Spiele zu verfolgen, selbst während der Arbeitszeit. In Deutschland stehen Unternehmen vor Produktivitätseinbußen und rechtlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Turnier.
Viele Partien beginnen in Deutschland erst nach Mitternacht oder am frühen Morgen. Das führt dazu, dass manche Beschäftigte zu spät zur Arbeit erscheinen und damit Abmahnungen oder sogar Kündigungen riskieren. Wer betrunken nach einem Spiel auftaucht, kann zudem unbezahlt nach Hause geschickt werden.
Gerichte erlauben es in der Regel, Spiele am Arbeitsplatz über Radio zu verfolgen – vorausgesetzt, es stört die Kollegen nicht. Allerdings garantiert das deutsche Arbeitsrecht kein Recht darauf, die Weltmeisterschaft während der Arbeitszeit ohne Zustimmung des Arbeitgebers zu verfolgen. Trotzdem gibt etwa jeder siebte Arbeitnehmer weltweit zu, heimlich Spiele während der Arbeit zu schauen.
Im Schnitt verbringen Beschäftigte täglich 26 Minuten mit WM-Inhalten. Über die gesamte Turnierdauer summiert sich das auf etwa zwölf Stunden verlorene Arbeitszeit pro Mitarbeiter in Deutschland. Die Gesamtkosten für die deutsche Wirtschaft werden auf rund 1,3 Milliarden Euro geschätzt.
Der erweiterte Spielplan der WM mit nächtlichen Partien wirkt sich auf Arbeitsplätze in ganz Deutschland aus. Arbeitgeber müssen rechtliche Grenzen mit der Realität abgelenkter Belegschaften in Einklang bringen. Die finanziellen Auswirkungen auf die Unternehmen sind beträchtlich – mit Milliardenverlusten durch Produktivitätseinbußen.






