Europa will sich von US-Technologie befreien – doch gelingt der Ausstieg?
Paul SimonEuropa will sich von US-Technologie befreien – doch gelingt der Ausstieg?
Deutschland und die EU suchen nach Alternativen zu US-Technologie, um Abhängigkeiten zu reduzieren
Von Bezahlsystemen wie Visa und Mastercard bis hin zu Militärtechnik wie dem Kampfflugzeug F-35 – die Abhängigkeit von amerikanischen Anbietern macht Europa verwundbar. Aktuelle Spannungen und die Drohung mit US-Exportkontrollen veranlassen nun Beamte und Aktivisten, nach Alternativen zu suchen, bevor es zu möglichen Störungen kommt.
Das Problem betrifft sowohl den zivilen als auch den militärischen Bereich. In der Verwaltung setzen deutsche Behörden stark auf Microsoft, was hohe Kosten verursacht und Wettbewerbern den Markt erschwert. Gleichzeitig hängt Europas Militär von US-amerikanischen Flugzeugen, Satellitenaufklärung und sogar GPS ab – Systeme, die im Falle politischer Verstimmungen eingeschränkt werden könnten. Ein Bericht zur digitalen Souveränität aus dem Jahr 2025 zeigt, dass 85 Prozent der IT-Entscheider inzwischen den Vorrang europäischer Technologien in kritischen Infrastrukturen befürworten.
Schleswig-Holstein geht voran und stellt seine Regierungssysteme auf lokal gehostete Open-Source-Software um. Das Modell des Bundeslandes könnte Schule machen, wobei auch private Unternehmen zur Mitwirkung eingeladen werden. Aktivisten fordern zudem die öffentliche Nutzung von Alternativen wie Firefox, LibreOffice und Signal, um die alltägliche Abhängigkeit von US-Konzernen zu verringern.
Im militärischen Bereich haben sich die Bedenken seit Russlands Angriff auf die Ukraine verschärft. Die Verteidigungsausgaben der EU sind gestiegen, nicht zuletzt wegen der Sorge vor einer möglichen Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus. Dennoch stammen 64 Prozent der Rüstungsimporte europäischer NATO-Mitglieder weiterhin aus den USA – eine riskante Abhängigkeit. Experten warnen, dass selbst Kampfflugzeuge wie der F-35 aus der Ferne deaktiviert werden könnten. Dies unterstreicht die Dringlichkeit eigener Lösungen.
Der Druck für digitale und militärische Unabhängigkeit wächst. Angesichts der finanziellen, operativen und sicherheitspolitischen Risiken durch die US-Technologievorherrschaft sucht Europa nach skalierbaren Alternativen. Ob Open-Source-Software in Behörden oder in der EU entwickelte Verteidigungssysteme – das Ziel ist klar: Schwachstellen abbauen, bevor die Abhängigkeit zur Belastung wird.
EU Leaders Commit to Boosting Digital Sovereignty in Berlin Summit
At a Digital Summit in Berlin on 18.11.2025, German Chancellor Friedrich Merz and French President Emmanuel Macron announced new steps toward digital sovereignty. Key developments include:
- Merz pledged to prioritise European tech in public procurement, stating 'We are making the state the anchor customer for sovereign tools in public administration.'
- The summit marked a symbolic push for EU-wide collaboration on reducing US dependency.






