19 March 2026, 22:05

Frankfurt sagt Roger Waters-Konzert ab – Streit um Antisemitismus-Vorwürfe und Meinungsfreiheit

Plakatankündigung für ein Konzert in München, Deutschland mit Text, der das Ereignis und seine Bedeutung beschreibt.

Frankfurt sagt Roger Waters-Konzert ab – Streit um Antisemitismus-Vorwürfe und Meinungsfreiheit

Roger Waters' geplantes Konzert in Frankfurt abgesagt – Vorwurf des antisemitischen Hasses

Das geplante Konzert von Roger Waters in Frankfurt wurde abgesagt, nachdem Stadtvertreter ihm antisemitische Hetze vorwarfen. Der ehemalige Pink-Floyd-Musiker, der für seine Kritik an der Politik der israelischen Regierung bekannt ist, will nun rechtlich gegen die Entscheidung vorgehen. Unterstützer sehen in der Absage einen Teil einer breiteren Unterdrückung pro-palästinensischer Stimmen in Deutschland.

Der Frankfurter Stadtrat begründete das Verbot mit Waters' "anhaltendem antiisraelischem Verhalten" sowie seiner Unterstützung für die Boykott-, Desinvestitions- und Sanktionen-Bewegung (BDS). Behörden werfen ihm zudem vor, Künstler unter Druck zu setzen, Auftritte in Israel abzusagen. Waters betont wiederholt, seine Kritik richte sich gegen die israelische Regierung – nicht gegen jüdische Menschen oder ihren Glauben.

Die Entscheidung reiht sich in eine Serie ähnlicher Fälle in deutschen Städten ein. Zwischen 2021 und 2026 sagten oder blockierten Berlin, Frankfurt und Köln Konzerte von Künstlern mit Bezug zu BDS – teilweise unter öffentlichem Druck. Mehrere Musiker sahen sich mit Stornierungen von Spielstätten konfrontiert, nachdem sie sich pro-palästinensisch geäußert hatten.

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Eine Petition für die Wiederzulassung des Konzerts hat mittlerweile über 32.000 Unterschriften gesammelt. Unter den Unterstützern finden sich Musiker, Wissenschaftler und Menschenrechtsaktivisten, die argumentieren, Waters' Positionen entsprächen der von Menschenrechtsorganisationen geteilten Kritik. Sie warnen davor, dass die Gleichsetzung von Israel-Kritik mit Antisemitismus den Kampf gegen echte Diskriminierung schwäche.

Waters hat beim Gericht einen Eilantrag gegen den Stadtrat eingereicht; eine Entscheidung wird bis Freitag erwartet. Der Fall spiegelt die wachsenden Spannungen um Meinungsfreiheit und politischen Aktivismus in deutschen Kultureinrichtungen wider.

Die Absage hat eine Debatte über künstlerische Freiheit und die Grenzen politischer Äußerungen entfacht. Während die juristischen Auseinandersetzungen laufen, könnte das Urteil Präzedenzfall für den Umgang deutscher Behörden mit ähnlichen Fällen werden. Waters' Anhänger protestieren unterdessen gegen das, was sie als ungerechtfertigte Unterdrückung abweichender Meinungen bezeichnen.

Quelle