Wacker Chemie schreibt 805 Millionen Euro Verlust – doch die Aktie zeigt Lebenszeichen
Julian HerrmannWacker Chemie schreibt 805 Millionen Euro Verlust – doch die Aktie zeigt Lebenszeichen
Wacker Chemie verzeichnet Nettoverlust von 805 Millionen Euro im letzten Geschäftsjahr
Der Münchner Chemiekonzern Wacker Chemie hat für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Nettoverlust von 805 Millionen Euro ausgewiesen. Der deutliche Einbruch ist vor allem auf außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von rund 600 Millionen Euro zurückzuführen. Dennoch zeigt die Aktie des Unternehmens im frühen Jahr 2026 erste Anzeichen einer Erholung – nach Jahren schwacher Performance.
Der Umsatz des Konzerns sank im vergangenen Jahr um 4 % auf 5,49 Milliarden Euro. Um die finanzielle Belastung zu mindern, hat die Unternehmensführung vorgeschlagen, die Dividende für 2025 komplett zu streichen. Dennoch blickt Wacker Chemie optimistisch auf sein Kerngeschäft mit Silikonen, wo steigende Preise für Entlastung sorgen. Zudem kündigte das Unternehmen weitere Preiserhöhungen in der Polymer-Sparte an.
Die Prognose für das erste Quartal 2026 übertrifft die bisherigen Erwartungen. Analysten der Privatbank Berenberg halten an ihrer "Kaufen"-Empfehlung fest und setzen das Kursziel auf 96 Euro pro Aktie an. Die Wacker-Aktie, die jahrelang auf niedrigem Niveau notierte, wurde zuletzt zu 74,95 Euro gehandelt – verlor jedoch an einem einzigen Handelstag 7,81 % an Wert.
Mit dem Sparprogramm PACE will das Unternehmen seine jährlichen Ausgaben um 300 Millionen Euro senken. Gelingt dies, könnte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) verbessern – und damit auch die Bewertung der Aktie steigen. Für das laufende Jahr peilt Wacker Chemie ein EBITDA zwischen 550 und 700 Millionen Euro an.
Der Fokus liegt nun auf der finanziellen Stabilisierung durch Kostensenkungen und Preisanpassungen. Zwar spiegelt die Dividendenstreichung die anhaltenden Herausforderungen wider, doch die verbesserten Prognosen und das Vertrauen der Analysten deuten auf eine mögliche Wende hin. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob diese Maßnahmen die schweren Verluste des Vorjahres ausgleichen können.






