Seligenstadt eröffnet nach 20 Jahren wieder Flüchtlingsunterkunft für 90 Menschen
Julian HerrmannSeligenstadt eröffnet nach 20 Jahren wieder Flüchtlingsunterkunft für 90 Menschen
Flüchtlingsunterkunft in Seligenstadt nach fast 20 Jahren wiedereröffnet
In Seligenstadt hat nach nahezu zwei Jahrzehnten eine Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete ihre Türen wieder geöffnet. Das Gebäude des Landkreises Offenbach in der Berliner Straße bietet nun Platz für bis zu 90 Menschen. Erbaut in den 1990er-Jahren, diente es einst als Zuflucht für Menschen, die vor dem Konflikt im ehemaligen Jugoslawien flohen.
Die Einrichtung war Anfang der 1990er-Jahre eröffnet worden, um Geflüchtete der Jugoslawienkriege aufzunehmen. Doch bereits 2006 sank die Zahl der Schutzsuchenden so stark, dass die Unterkunft geschlossen wurde. Anschließend nutzte man das Gebäude für die Unterbringung von Saisonarbeitern und Montageteams.
Angesichts steigender Flüchtlingszahlen hat der Landkreis die Immobilie nun reaktiviert. Auf 25 Wohneinheiten verteilt, stehen 90 Plätze zur Verfügung, wobei Familien aufgrund der Raumaufteilung bevorzugt berücksichtigt werden. Die Unterkunft soll für sechs Jahre genutzt werden.
Allein in diesem Jahr sind im Landkreis Offenbach rund 715 Geflüchtete angekommen. Aktuell verzeichnet die Region durchschnittlich 38 Neuzugänge pro Woche.
Die wiedereröffnete Einrichtung entlastet die angespannte Wohnraumsituation in der Region. Mit 90 zusätzlichen Plätzen bietet sie eine strukturierte Lösung für die vorübergehende Unterbringung. Der Landkreis erwartet, dass das Gebäude in den kommenden sechs Jahren eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Geflüchteten spielen wird.






