Personalmangel bei der Deutschen Bahn: Warum Hessen monatelang mit Zugausfällen kämpft
Personalmangel bei der Deutschen Bahn: Warum Hessen monatelang mit Zugausfällen kämpft
Zugausfälle in Hessen: Personalmangel in Stellwerken der Deutschen Bahn führt zu anhaltenden Störungen
In Hessen kommt es aufgrund massiver Personalengpässe in den Stellwerken der Deutschen Bahn immer wieder zu Zugausfällen. Besonders betroffen sind Frankfurt, Wiesbaden, Mittelhessen sowie das Netz der S-Bahn Rhein-Main. Die Deutsche Bahn warnt, dass es vor allem bei Abendverbindungen noch bis mindestens Herbst 2025 zu Einschränkungen kommen könnte.
Aktuell sind rund 1.300 Fahrdienstleiter in Hessen im Einsatz, weitere 450 befinden sich in der Ausbildung – darunter 200 Quereinsteiger. Ihre Aufgabe ist entscheidend: Sie steuern Signale, Weichen und stellen sicher, dass die Gleise frei sind, bevor Züge fahren. Da jeder Mitarbeiter jedoch nur für bestimmte Streckenabschnitte geschult ist, gestaltet sich die Vertretung bei Krankheitsfällen besonders schwierig.
Die Ursachen für den Personalmangel bei der Deutschen Bahn liegen in einem generellen Fachkräftemangel, steigenden Krankheitsständen und der hohen Spezialisierung des Berufs. Als Gegenmaßnahme setzt die Deutsche Bahn auf ungewöhnliche Rekrutierungsmethoden – etwa die Ansprache junger Strategie-Computerspiel-Fans. Auch die Bundeswehr wirbt im Rhein-Main-Gebiet mit einer ähnlichen Kampagne um Nachwuchs. Vom Frankfurter Betriebszentrale aus werden elf Stellwerke gesteuert, darunter jenes, das die Zufahrten zum Frankfurter Hauptbahnhof regelt. Trotz laufender Ausbildungsinitiativen fordert die Fahrgastorganisation Pro Bahn nun eine parlamentarische Untersuchung sowie personelle Konsequenzen bei der Deutschen Bahn angesichts der anhaltenden Unterbesetzung.
Die Personalkrise hat bereits zu flächendeckenden Zugausfällen geführt, eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Zwar sollen Einstellungsoffensiven und Schulungsprogramme der Deutschen Bahn die Lage entspannen, doch mit weiteren Beeinträchtigungen ist mindestens noch ein Jahr zu rechnen. Fahrgastverbände erhöhen unterdessen den Druck auf das Unternehmen und verlangen mehr Verantwortung von der Bahnführung.
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