Schließung der Kinder-Notaufnahme im Universitätsklinikum Frankfurt lässt Kinder in Hessen ohne dringende medizinische Versorgung zurück
Wo bringe ich mein krankes Kind hin? - Schließung der Kinder-Notaufnahme im Universitätsklinikum Frankfurt lässt Kinder in Hessen ohne dringende medizinische Versorgung zurück
Kinder-Notfallambulanz am Frankfurter Universitätsklinikum seit Oktober 2023 geschlossen – Versorgungsengpässe in Hessen Die Kinder-Notfallambulanz am Universitätsklinikum Frankfurt ist seit Oktober 2023 geschlossen, was Eltern und Kindern in Hessen den Zugang zu dringender medizinischer Versorgung erschwert. Trotz eines Anstiegs der Kinderärztinnen und Kinderärzte in den letzten zehn Jahren nehmen viele Praxen keine neuen Patientinnen und Patienten mehr auf. Zudem soll bis Ende November die Kinderabteilung eines medizinischen Versorgungszentrums in Frankfurt geschlossen werden. Die Schließung der Kinder-Notfallambulanz am Frankfurter Universitätsklinikum wirft Fragen zur Versorgung akut erkrankter Kinder auf. Der Betrieb wurde eingestellt, nachdem alle vier dort tätigen Ärztinnen und Ärzte ihren Rücktritt erklärt hatten – Ersatz konnte bisher nicht gefunden werden. Gleichzeitig sind viele Kinderarztpraxen in Frankfurt ausgelastet, einige weisen sogar neue Patientinnen und Patienten ab. Das Universitätsklinikum behandelt zwar weiterhin kranke Kinder, die in der Notaufnahme vorstellig werden, doch die Kosten einer Behandlung in einer Universitätsklinik sind deutlich höher als in einer Kinderarztpraxis. Ralf Moebus, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Hessen, widersprach der Darstellung eines massiven Kinderärztemangels. Er verwies auf einen Zuwachs von 116 niedergelassenen Kinderärztinnen und -ärzten in Hessen innerhalb der letzten zehn Jahre, sodass nun insgesamt 650 in rund 300 Praxen tätig seien. Moebus räumte jedoch ein, dass hohe Abzüge bei Frankfurter Kinderärzten – bedingt durch verstärkte Abrechnungsprüfungen und finanzielle Rückforderungen – zur Problematik beitragen könnten. Als Ursache nannte er strengere Kontroll- und Erstattungsrichtlinien. Obwohl die Zahl der Kinderärztinnen und Kinderärzte in Hessen gestiegen ist, bleibt der Zugang zu medizinischer Versorgung eine Herausforderung – nicht zuletzt wegen der geschlossenen Kinder-Notfallambulanz am Universitätsklinikum und der ausgelasteten Praxen. Als Alternative werden Videosprechstunden angeboten, doch für Eltern und Kinder bleibt der Bedarf an persönlicher Betreuung, insbesondere in Notfällen, bestehen. Land und Gesundheitseinrichtungen müssen gemeinsam Lösungen finden, um eine flächendeckende kindermedizinische Versorgung zu gewährleisten.
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