Wie „Dinner for One“ aus Einsamkeit und Tradition einen Silvesterkult schuf
Wie „Dinner for One“ aus Einsamkeit und Tradition einen Silvesterkult schuf
Seit Jahrzehnten ist Dinner for One ein fester Bestandteil der Silvesterfeiern in den deutschsprachigen Ländern. Die kurze Komödie, die in einem alten englischen Salon spielt, begleitet Miss Sophies 90. Geburtstag – ein Dinner, zu dem nur ihr Butler und die Geister ihrer Vergangenheit als Gäste erscheinen. Hinter dem Humor verbirgt sich ein scharfsinniger Blick auf Einsamkeit, Rituale und den verblassenden Glanz einer untergegangenen Epoche.
Die Handlung entfaltet sich in einem heruntergekommenen Herrenhaus der Oberschicht, wo Miss Sophie beharrlich ein formelles Abendessen für vier längst verstorbene Freunde ausrichtet. Ihr Butler James schlüpft in die Rollen der abwesenden Gäste, wechselt zwischen Plätzen und Stimmen, während das Mahl fortschreitet. Das Menü folgt strengen Traditionen: Mulligatawny-Suppe, Schellfisch, Hähnchen, Obst und Käse – jede Speise begleitet von einem bestimmten Getränk. Mit jedem Gang leert James pflichtbewusst das zugehörige Alkoholglas, und seine zunehmende Trunkenheit lässt die steife gesellschaftliche Ordnung langsam bröckeln.
Doch hinter der Komik steckt ein düstereres Thema: die stille Einsamkeit des Alters. Miss Sophies Rituale – ihre präzisen Trinksprüche, ihr Beharren auf Etikette – verleihen einem ansonsten leeren Anlass Würde. Die Vorstellung des Butlers hält die Illusion aufrecht, doch das Dinner überlebt nur als hohle Wiederholung, ein Schatten seiner selbst.
Nun erforscht die Prequel-Serie Miss Sophie – Same Procedure as Every Year die Vorgeschichte. Kostja Ullmann, 41, spielt den jungen James in der Amazon-Prime-Video-Produktion. Bei einer englischen Mutter aufgewachsen, sah Ullmann die ursprüngliche Sketch-Comedy jedes Silvester – eine Tradition, die er als Teil seiner Kindheit bezeichnet. Seine jüngste Rolle im Roadmovie Im Rosengarten (2024) steht im Kontrast zu dieser Rückkehr zu einer vertrauten, wenn auch exzentrischen Figur.
Die Beziehung zwischen Miss Sophie und James beruht auf mehr als Dienstbarkeit. Es gibt eine Mischung aus Abhängigkeit, unausgesprochener Verschwörung und fast etwas Familiärem. Ihre Dynamik trägt die Szene – eine absurde, aber auch melancholische Verbindung.
Jeden Silvesterabend läuft Dinner for One als Komödie und Ritual über die Bildschirme. Die Wiederholung spiegelt die Themen wider, die der Sketch behandelt: die Last der Tradition, die Leere hinter förmlichen Gesten und das stille Fortbestehen der Einsamkeit. Für das Publikum bleibt die Komödie eine skurrile, doch berührende Art, das Jahresende zu markieren – ein Lachen über das Absurde, während man das allzu Menschliche darunter erkennt.
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