Wiesbaden ehrt Marek Hłasko mit Gedenktafel für einen vergessenen Literaturrebellen
Wiesbaden ehrt Marek Hłasko mit Gedenktafel für einen vergessenen Literaturrebellen
In Wiesbaden wurde eine Gedenktafel für den polnischen Schriftsteller Marek Hłasko enthüllt. Die Ehrung erinnert an seine Zeit in der Stadt und steht im Zeichen des polnischen "Marek-Hłasko-Jahres 2024". Der 1934 in Warschau geborene Hłasko avancierte zu einer prägenden literarischen Figur, bevor er aufgrund politischer Spannungen ins Exil gehen musste.
Hłaskos frühes Leben war geprägt vom Chaos des Zweiten Weltkriegs und einem unruhigen familiären Umfeld. Bereits 1952 begann er als Korrespondent für eine polnische Tageszeitung zu arbeiten. Ein Jahr später erhielt er ein Stipendium des Polnischen Schriftstellerverbands – der Startschuss für seine literarische Karriere.
Sein erstes Buch erschien 1954, doch international bekannt wurde er mit der Erzählungssammlung Der erste Schritt in den Wolken. 1958 gewann er den Preis der Polnischen Verleger, was seinen Ruf festigte. Doch seine offene Kritik an der polnischen Regierung und am Sozialismus führte schließlich zu seiner Verbannung und einem Rückkehrverbot in die Heimat. Im Ausland wurden Hłaskos Werke verfilmt, darunter ein Projekt, bei dem er seine spätere Ehefrau kennenlernte: die deutsche Schauspielerin Sonja Ziemann. Jahrzehnte später regte der Deutsch-Polnische Verein Wiesbaden die Gedenktafel an der Hauberrisserstraße 26 an – dem Ort, der nun an sein Erbe erinnert.
Die Tafel in Wiesbaden ist ein bleibendes Zeichen für Hłaskos Einfluss auf die Literatur und seine Verbindung zu Deutschland. Gleichzeitig steht sie im Einklang mit der polnischen Widmung des Jahres 2024, das sein Schaffen ehrt. Sein Leben, geprägt von Anerkennung und Exil, bleibt ein zentrales Kapitel der polnischen Kultur des 20. Jahrhunderts.
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