Wiesbaden scheitert an der Rettung seiner Innenstadt – während Frankfurt Millionen investiert
Wiesbaden scheitert an der Rettung seiner Innenstadt – während Frankfurt Millionen investiert
Wiesbaden gerät wegen unzureichender Unterstützung für Innenstadtbetriebe in die Kritik
Während Nachbarstädte wie Offenbach, Hanau, Frankfurt und Mainz seit Jahren mehrstufige Millionenhilfen für ihre Innenstadtbetriebe auf den Weg gebracht haben, sieht sich Wiesbaden mit Vorwürfen konfrontiert, in dieser Hinsicht zu wenig zu unternehmen. Die FDP-Fraktion wirft der Stadtverwaltung nun vor, zentrale Probleme von Einzelhändlern und Gastronomiebetrieben zu ignorieren.
Zwischen 2020 und 2022 stellte Frankfurt insgesamt 50 Millionen Euro für Mietzuschüsse und Sanierungsförderungen in der Innenstadt bereit. Mainz folgte 2021 mit einem 10-Millionen-Paket, das Pandemiehilfen und Digitalisierungsförderung umfasste. Auch Offenbach und Hanau führten eigene Finanzhilfprogramme ein. Wiesbaden hingegen gab 2022 rund 15 Millionen Euro für die Belebung der Innenstadt aus – doch nur ein geringer Teil floss direkt an notleidende Betriebe.
Lucas Schwalbach, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, bezeichnete die Maßnahmen der Stadt als "zu wenig, zu spät". Er verwies auf hohe Parkgebühren, fehlende Fahrradabstellplätze und verschmutzte Straßen als anhaltende Probleme, die den traditionellen Einzelhandel benachteiligten. Die FDP schlug vor, die Gebühren in städtischen Parkhäusern zu senken, die Fahrradstellplätze auszubauen und die Straßenreinigung zu intensivieren. Doch während der Haushaltsberatungen fanden ihre Vorschläge bei CDU, SPD und Grünen keine Mehrheit. Zudem kritisierte die Fraktion, dass die Stadt zu viel Geld in Marketingkampagnen statt in konkrete Verbesserungen stecke. Ein Großteil der eingesparten Mittel nach der Absage des Sternschnuppenmarkts floss nicht in direkte Hilfen für Unternehmen – was bei lokalen Händlern zusätzliche Frustration auslöste.
Wiesbadens Vorgehen steht damit im deutlichen Kontrast zu den finanziellen Unterstützungsleistungen anderer Städte in der Region. Ohne breitere politische Rückendeckung bleiben die FDP-Vorschläge vorerst blockiert. Die Betriebe in der Innenstadt müssen unter Bedingungen wirtschaften, die Kritiker als zunehmend ungünstig beschreiben.
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