Zeiss schließt traditionsreiches Optikwerk in Wetzlar bis 2026
Zeiss schließt traditionsreiches Optikwerk in Wetzlar bis 2026
Die Carl Zeiss Sports Optics GmbH wird ihr Produktionswerk in Wetzlar bis Ende 2026 schließen. Die Entscheidung folgt auf jahrelang rückläufige Nachfrage nach hochwertiger analoger Optik, die zu finanziellen Verlusten geführt hat. Von der Schließung betroffen sein werden etwa 70 Arbeitsplätze.
Das Unternehmen blickt auf eine Tradition zurück, die bis zu Hensoldt reicht, einem historischen Optikhersteller, den Carl Zeiss Jena 1928 übernahm. Heute gehört es zur Sparte Brand Optics/Optronics der Carl Zeiss AG und stellt hochwertige Ferngläser, Zielfernrohre, Nachtsichtgeräte und Laser-Entfernungsmesser her. Trotz des langjährigen Rufs hatte der Standort Wetzlar zunehmend mit dem schrumpfenden Markt für traditionelle Optik zu kämpfen.
Eine vollständige Schließung des Standorts ist jedoch nicht geplant. Zwar endet die Produktion, doch Wetzlar bleibt als Zentrum für Kundendienst, Logistik und Qualitätssicherung erhalten. Über die Zukunft der betroffenen Mitarbeiter wurden bisher keine Details bekannt.
Unterdessen verlagert Zeiss seinen Fokus auf die Halbleitertechnologie, in der das Unternehmen größeres Wachstumspotenzial sieht. Im Gebiet Dillfeld ist eine neue, 12.000 Quadratmeter große "multifunktionale Fabrik" für die Sparte Semiconductor Manufacturing Technology (SMT) geplant. Bis 2026 soll dieser Schritt die Zahl der Zeiss-SMT-Mitarbeiter in Wetzlar auf etwa 500 erhöhen.
Die Schließung des Wetzlarer Produktionswerks markiert das Ende einer Ära für Carl Zeiss Sports Optics. Die Fertigung wird eingestellt, doch der Standort behält teilweise seine Funktion. Gleichzeitig zeigt die Investition in die Halbleitertechnologie eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens auf zukunftsträchtige Wachstumsbereiche.
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