Bundesbank-Chef Nagel fordert radikale Rentenerform und weniger Bürokratie bis 2031
Bundesbank-Chef Nagel fordert radikale Rentenerform und weniger Bürokratie bis 2031
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel drängt auf dringende Reformen in der deutschen Wirtschaft. Seine Forderungen umfassen tiefgreifende Veränderungen in der öffentlichen Verwaltung, im Energiesektor, im Gesundheitswesen und bei den Renten. Er warnte, dass die zögerliche Entwicklung in der EU und der Eurozone nicht länger hinnehmbar sei.
Nagels Vorschläge kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung wegen der Verzögerung zentraler Entscheidungen zu Renten und Wettbewerbsfähigkeit in der Kritik steht.
Er forderte eine umfassende Reformagenda, um Bürokratie abzubauen, die Belastungen für Unternehmen zu verringern und das Wachstum anzukurbeln. Als Haupthemmnisse in der EU nannte er übermäßige Regulierung und langsame Entscheidungsprozesse. Der Draghi-Bericht zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, so Nagel, liege seit über einem Jahr auf Eis, ohne dass konkrete Schritte unternommen worden seien.
Vorgeschlagen hat er, das Renteneintrittsalter ab 2031 an die Lebenserwartung zu koppeln, da die aktuellen Systeme nicht mehr tragfähig seien. Zwar begrüßte er den jüngsten Durchbruch im Koalitionsstreit um die Rentenpolitik, betonte jedoch die Notwendigkeit verbindlicher Zeitpläne und klarer politischer Vorgaben. Auch private Altersvorsorgemodelle müssten reformiert werden, um langfristige Stabilität zu gewährleisten.
Doch bis November 2025 hat die Regierung noch keine endgültigen Pläne für eine dynamische Anpassung des Renteneintrittsalters vorgelegt. Zwar wird weiterhin über Zuwanderung und umfassendere Rentenerformen diskutiert, konkrete Maßnahmen wurden jedoch bisher nicht beschlossen.
Nagels Reformen zielen darauf ab, die Belastung der Steuerzahler zu verringern und die Wirtschaft wiederzubeleben. Ohne schnelles Handeln, warnte er, drohe Deutschland weiter zurückzufallen. Die nächsten Schritte der Regierung werden zeigen, ob seine Vorschläge Gehör finden oder unberücksichtigt bleiben.
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