Europäisches Erbrechtszertifikat nicht ausgestellt
Europäisches Erbrechtszertifikat nicht ausgestellt
Ein Erbstreit über Erbansprüche hat zu einem wegweisenden Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main geführt. Das Gericht entschied, dass ein Europäisches Nachlasszeugnis nicht ausgestellt werden darf, wenn eine andere Partei Widerspruch einlegt – selbst dann nicht, wenn bereits ein deutscher Erbschein vorliegt. Der Fall betraf einen verstorbenen deutschen Staatsbürger mit Vermögen in Polen und einer komplexen familiären Erbfolgeregelung.
Der Streit begann, als Partei (1) einen deutschen Erbschein erwirkte und anschließend die Ausstellung eines Europäischen Nachlasszeugnisses beantragte. Partei (2) legte gegen diesen Antrag Widerspruch ein, woraufhin das Nachlassgericht den Antrag ablehnt. Partei (1) legte daraufhin Berufung ein.
Der 21. Zivilsenat des Oberlandesgerichts bestätigte die Entscheidung des Nachlassgerichts. Er stellte klar, dass weder das Nachlassgericht noch das Berufungsgericht ein Europäisches Nachlasszeugnis erteilen dürfen, solange der Widerspruch nicht geklärt ist. Die Richter wiesen darauf hin, dass selbst einfache Ermittlungsschritte den Streit nicht sofort beilegen könnten.
Obwohl Partei (1) bereits über einen gültigen deutschen Erbschein verfügte, entschied das Gericht, dass dies nicht automatisch die Ausstellung eines Europäischen Nachlasszeugnisses garantiert. Der Erbschein bleibt widerruflich, sodass seine Existenz allein den Widerspruch nicht entkräftet.
Der Senat ließ jedoch eine Revision zu, da eine grundsätzliche Rechtsfrage ungeklärt bleibt: Ob sowohl das Nachlassgericht als auch das Berufungsgericht generell daran gehindert sind, ein Europäisches Nachlasszeugnis auszustellen, sobald Widerspruch erhoben wird.
Das Urteil unterstreicht die Herausforderungen bei grenzüberschreitenden Erbschaftsfällen, insbesondere wenn Streitigkeiten auftreten. Ohne eine klare Lösung bleibt das Europäische Nachlasszeugnis blockiert, und das Erbfahren schwebt in der Schwebe. Der Fall könnte nun vor ein höheres Gericht gelangen, um die rechtlichen Grenzen solcher Widersprüche weiter zu klären.
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